
- Die Farben Kanadas
Ich war völlig fertig, überwältigt und hingerissen zu gleich, endlich in Kanada und wieder vereint. Wir setzten uns auf eine Bank im Flughafen und quatschten gleich drauf los. Ich hatte nur wenige Wünsche in diesem Moment, aber einen wollte ich gleich in die Tat umsetzen. Zähneputzen!
Der Griff in den Toilettenbeutel war, sagen wir mal, doch etwas überraschend. Als ich meine Hand schreckhaft wieder aus dem Beutel zog war sie über und über voll mit Rasierschaum, gut gemacht Michael, der Deckel muss abgefallen sein und der duftende Niveauschaum füllte meinen ganzen Beutel wunderbar auf. Ein Glück ist das Ding dicht und das restliche Gepäck blieb unversehrt.
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Der Wecker meines Mobiltelefons weckt mich mit dem üblichen Metalgearsolid piepen und zuerst bin ich mir nicht einmal sicher warum, es ist doch Sonntag. Nach einigen Sekunden der Schlaftrunkenheit fällt es mir wieder ein, die grosse Serverwartung erwartet mich. Langsam aber sicher mache ich mich auf den Weg ins Büro. Das Thermometer zeigt gerade mal 8 Grad an und der leichte Regen lässt mich schaudern, was tu ich mir da wieder an?
Der Zug ist wie zu erwarten an einem regnerischen Sonntagmorgen komplett leer. In Heerbrugg erwartet mich bereits das erste Ärgerniss, der Bahnhofskiosk ist erst ab 7:30 geöffnet und ich komme natürlich genau um 7:15 an, keine Gipfel und kein Sandwich, ein toller Start in den Tag. Im Büro angekommen entscheide ich mich die Jacke erst gar nicht abzulegen, es ist saukalt und ich starte alle Rechner die ich finden kann, vielleicht geben die noch ein bischen Wärme ab doch ehrlich gesagt wage ich das zu bezweifeln, verdammte Stromspar-Prozessoren! Nach zwei Wochen wasche ich endlich mal meine Kaffeetasse und drücke den Knopf um mir etwas des braunen Gold in die Tasse fliessen zu lassen.
Ächzende Geräusche entweichen der Kaffeemaschine in Industrieausführung. Nach ein paar Sekunden entweicht etwas Dampf durch die Düsen und der Kaffe tropft, nein wirklich einzelne Tropfen, in meine Tasse. Aussichtslos, so kriege ich das Ding nie voll. Die Meldung auf dem Display “Wartung erforderlich” habe ich schon am e rsten Tag gesehen als ich wieder hier war. Wie kann man die Grundfeste eines jeden Betriebes so vernachlässigen, kein Kaffee, keine wachen Mitarbeiter. Der zähflüssige schwarze Trunk der sich nun in meiner Tasse befindet ist absolut ungeniessbar und ich mache ein Schweppes Gesicht als ich den Geschmackstest vollziehe, prädikat unverträglich, Säure mit leichten Kaffeearomen im Abgang.

Mit Selecta-Plastikbecherkaffee im Magen starte ich meinen Update-Rundlauf. Nach nicht einmal zwei Stunden habe ich 5 von 6 Server erfolgreich Aktualisiert und kann mich dem Gipfel meiner Aufgaben widmen, dem Produktiven ERP System. Das grosse Finale sozusagen, wenn etwas schief geht, dann auf dieser Kiste, auf keiner Anderen sind so viele Änderungen fällig und mit der Anzahl der Updates steigt auch die Wahrscheindlichkeit für Zwischenfälle.
Natürlich blieben diese auch nicht aus und gestallteten meinen Morgen noch etwas spannender. Genau beim Firmwareupdate der Netzwerkkarten konnten diese nicht mehr aktiviert werden und per Konsole konnte ich nur noch den Prozess abwürgen. Auf Glück hoffend habe ich die Kiste einmal durchgestartet und wurde nicht enttäuscht, alles funktionierte wieder und das erwartete Disaster blieb aus. Meine Patienten blieben am Leben und so konnte ich mich für den Rest des Tages gemütlich in die Sonne legen.
Jetzt weiss ich endlich wie sich die ganzen Amis fühlen wenn sie in den überfüllten Wartesälen der öffentlichen Kliniken sitzen, wie man es öfters bei Emergency Room sieht. Seit 5 Tagen plagt mich eine lästige Erkältung mit Fieber (ja schon wieder) und seit gestern hatte ich ein unangenehmes Stechen in der Lunge wenn ich voll einatme. Da ich endlich wieder Tauchen möchte, faste ich den Entschluss mich doch mal in ärztliche Obhut zu begeben, einfach um sicher zu sein das es nichts Schlimmes ist und ich schon bald wieder ins Wasser kann.
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Die erste Woche unseres Divemaster Trainings ist geschafft. Ein neues Kapitel in unserer Tauchkarriere hat begonnen und nimmt uns voll und ganz ein.
Alles hat sehr einfach mit einer kleinen Einführung und einem fast 2 Stunden langen PADI Video angefangen. Ich erwähne PADI Video besonders da jeder, der schon mal so ein Video gesehen hat weiss was einem diese Filme antun können. Übertrieben dargestellt, mit Laienschauspielern in der Besetzung, vermitteln einem diese Lehrfilme das Basiswissen auf eine Art, bei welcher sogar ein Kind verstehen könnte worum es geht. Das Divemaster Introduction Video war nicht ganz so schlimm wie andere, dafür einfach um einiges länger. Solltet ihr bei einem dieser Meisterwerke einschlafen ist das kein Problem, den selben Stoff bekommt ihr noch einmal in Buchform vermittelt über.
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