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Fang das Leben ein!

16. April 2010

Ich fotografiere ja schon seit Jahren als Hobby und habe mir die einen oder anderen Fertigkeiten angeeignet, Bildkomposition, Lichteinbezug und Handhabung moderner Technologie um einige Beispiele zu nennen. Ich musste jedoch mit Schrecken feststellen, dass ich dieses Können neu erlernen muss wenn die Kamera mit dem Element Wasser in Kontakt kommt.

 Kürzlich hatte ich die erste Gelegenheit mein neues Spielzeug einzuweihen und möchte einige meiner Erfahrung und Bilder teilen, in der Hoffnung das ihr vielleicht auch etwas von meinen Fehlern profitieren könnt.

Schritt Nummer 1: Trau dem Gehäuse nicht

Bevor ich mit dem Unterwasser-Knipsen beginnen konnte musste ich mich erst einmal mit den Eigenheiten eines UW-Gehäuses vertraut machen. Nur weil man das Handbuch befolgt heisst das noch lange nicht, dass die Kamera auch sicher ist. Ich kann nur Jedem mit einem neuen Gehäuse nahe legen erst einen kleinen Test zu fahren bevor man sein teures Spielzeug einem Risiko aussetzt. Am besten man füllt das Gehäuse mit Papiertaschentüchern und nimmt es auf einen Test-Tauchgang mit. Sollte der Dichtungsring lecken oder einer der 10 Knöpfe einen Defekt haben wird man es so sicherlich herausfinden. Ich habe zwei Testläufe gemacht und musste noch einen Dritten nach legen da ich einen der Knöpfe reparieren musste.

Auch wenn moderne Gehäuse nur noch einen einzelnen Dichtungsgummi aufweisen ist die korrekte Handhabung von grösster Bedeutung. Nach jeder Benützung muss dieser Ring aus dem Gehäuse entfernt, gereinigt und neu gefettet werden. Das spezielle Silikonfett sollte umbedingt sparsam aufgetragen werden und zwar nur gerade so viel das der Gummi geschmeidigt bleibt und leicht glänzt. Am besten geht das mit den nackten Fingern. Überschüssiges Fett kann zu Lecks führen und sollte mit einem Fusselfreien Tuch entfernt werden. Auch die Furche für den Dichtungsring sollte Fusselfrei bleiben, da selbst ein Haar ein potenzielles Dichtungsleck bedeuten könnte.

Schritt Nummer 2: Mache dich mit der Bedienung vertraut

Nichts ist schlimmer als ein spitzen Motiv vor der Linse zu haben und es zu verlieren, weil man die Einstellungen nicht schnell genug anpassen kann. Ich als langjähriger Canon Kunde, profitierte natürlich vom Wissen durch meine anderen Canon Fabrikate, durfte aber am eigenen Leib erfahren das die Zeit für Anpassungen unter Wasser, doch noch mal eine Ecke kürzer sein kann als an Land. Fische stehen nicht still und festhalten gibts nicht. Trockenübung ist das Stichwort und ihr werdet den extra Aufwand zu schätzen wissen, wenn ihr beginnt das bunte Treiben unter Wasser einzufangen.

 

Schritt Nummer 3: Licht ist nicht gleich Licht, Weiss nicht gleich Weiss

Weissabgleich und Lichteinfluss sind unter Wasser um ein vielfaches komplizierter als an Land. Schon 2 Meter Tiefenänderung kann die Farbskala komplett umkrempeln. Umso wichtiger ist es die Handhabung des Shortcut-Buttons als Weissabgleich Schalter zu lernen um schnell auf ändernde Lichteinflüsse und Tiefe zu reagieren. Sand oder z.B. die eigene Hand sind gute Referenzen und machen den Abgleich einfach. Noch besser eigenen sich die std. Unterwasserschreibtafeln die einen leichten Grauanteil aufweisen und somit das nächst beste zu einer professionellen  Graukarte mit 18% Grauanteil sind. Sollte trotz Abgleichsautomatik oder manuellem Abgleich alles in die Hose gehen, so kann man doch noch einiges Retten wenn man ein vernünftiges Grafiktool zur verfügung hat um den allfälligen Grünstich zu korrigieren.

Schritt 4: Makro, mach es dir einfach

Fische sind schneller aus dem Bild als einem lieb ist. Warum also nicht einfach mit etwas starten das an Ort und Stelle bleibt. Seesterne, Schnecken, ja sogar Muränen stellen herrliche Motive dar bei welchen man sich etwas Zeit lassen kann und vielleicht sogar den Makromodus der Kamera etwas austesten kann. Mit etwas Glück kann man sich sogar in den Sand legen oder sich irgendwo abstützen anstelle der schwebenden Positionierung per “Schnapp-atmung”. Oftmals sind Makroaufnahmen eines Tieres um ein vielfaches spannender als reine Landschafts-Schnappschüsse. Es empfiehlt sich ab un zu nur einen spezifischen Körperteil eines Fisches einzufangen, da dieses Technik zu wirklich verblüffenden Ergbnissen führen kann.

Schritt 5: Heul nicht rum, tauchen bedeutet Dynamik

 

 

 

 

 

Nicht jeder Tauchgang muss zwingend für die Fotografie geeignet sein. Nicht selten sieht ma sich mit extrem niedrigen Sichtweiten oder hohem Partikelaufkommen konfrontiert, dass selbst der beste Fotograf und die beste Kamera nicht ausgleichen kann. In so einem Fall sollte man sich vielleich lieber darauf konzentrieren seinen Tauchplatzt so gut es geht einzuprägen um beim nächsten Tauchgang unter besseren Konditionen das Maximum heraus zu holen. Strömungen und andere Taucher können ebenfalls entscheidende Faktoren für gute Bilder bedeuten. Was bringt es einem die Kamera zu schleppen, wenn man hauptsächlich damit beschäftigt ist nicht dauernd ins Gesicht getreten zu werden weil der Tauchpartner nicht auf dem selben Level ist wie man selbst. Anstelle dem Dive-Guide die Ohren voll zu heulen sollte man nach Lösungen suchen oder sich einfach darauf besinnen um was es beim Tauchen eigentlich geht, die Unterwasserwelt in entspannter Weise zu erforschen!

Schritt 6: Ettikette, benimm dich

Es kommt öfters vor das ich z.B. eine Gruppe von vier Tauchern führen musste, wobei nur 1 von ihnen eine Kamera auf sich trug. Nichts ist lästiger für en Guide und die anderen Kunden wenn man ständig stoppen muss weil der Fotograf 5min baucht um eine Nacktschnecke zu fotografieren. Tachen sollte entspannen und für jeden in der Gruppe ein aufregendes Erlebnis sein, auch wenn das vielleicht bedeuet das man dieses mal kein perfektes Bild der gewünschten Schnecke schiessen kann.

Ein Fakt betreffend UW-Fotorafie ist unumstösslich, wer eine Kamera benützt brucht mehr Luft. Bitte bitte, denkt an eure Tauchkumpels die weniger Luft brauchen und sicherlich ärgerlich sein werden, wenn sie wegen dir schon nach 30min auftauchen müssen. Arbeite mit der Tiefe um Luft zu sparen, kicke so effizient wie nur möglich oder noch besser, tauch mit anderen Fotografen!

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  1. 16. Juli 2010, 20:42 | #1

    Hallo oder Grüezi wie man in der Schweiz sagt :)

    Ich bin aufgrund Deiner Teilnahme an meinem Blog-Gewinnspiel auf diesen wundervollen Blog gestossen! Deine Tauberichte machen mir bewusst das ich viel zu lange keinen Urlaub und auch keinen Tauchgang mehr gemacht habe :(
    Jeden falls wollte ich mich ganz herzlich bei Dir für diesen tollen Blog bedanken und werde ab jetzt fester Abonnent sein :)

    Liebe Grüsse aus der Bretagne

    Chris aka Franger

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