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Goodbye Similans

29. April 2010

„Ach ne, 4.5 Stunden für den Weg in die Similans“ jammerte ich vor mich hin, als ich erfuhr das ich einen Advanced Open Water Kurs auf unserem Liveaboard geben muss. „Die ganze Zeit für 6 Tauchgänge und eine Übernachtung, lohnt sich das überhaupt?“, ja verdammt es lohnt sich, wie konnte ich nur so denken.

Erst einmal sparen Leute teilweise Jahre um so einen Trip zu machen um im Similan Nationalpark zu tauchen, zweitens ist es für mich wohl der letzte Trip dieser Art für eine lange Zeit. Achtung jetzt kommts! Ich werde Anfang Juni zurück in die Schweiz fliegen und ein paar Monate Heimurlaub machen, bevor ich mich in den grossen weissen Norden, auch Kanada genannt, aufmache und mit meiner Freundin Chloe zusammen wohne. Die Entscheidung mache ich nicht ganz aus freien Stücken, Chloe wird 8 Monate an die Lehrer-Uni gehen und ich sehe schwarz wenn ich an eine Fernbeziehung über so einen Zeitraum denke. Grundsätzlich hat das ganze auch einige Vorteile, ich sehe ein anderes Land. Ich werde versuchen einen Französischkurs zu machen um meinem Repetoire noch eine Sprache hinzuzufügen. Und zu letzt, vielleicht finde ich ja einen Job und mache aus Kanada meine nun dritte Heimbasis.

Aber genug von Schnee und Kälte, tauchen in den Similans steht auf dem Programm. Der Kurs selbst, und es ist mir fast peinlich das zu sagen, war ein Spaziergang. Nie zuvor hatte ich so gute Schüler, welche trotz wenig Erfahrung die Fähigkeiten eines Profis inne haben. Das Vater und Sohn Team hat sich absolut prächtig durch die 5 Abendteuertauchgänge geschlagen und alles Fehlerfrei absolviert. Der Sohn hat erst letzten Oktober seinen Tauchschein gemacht und trat die neue Herausforderung mit gerade mal 4 Tauchgängen im Logbuch an, doch zu meinem erstaunen beherrschte er die Tarierungskontrolle wie ein langjähriger Taucher, schwebte regungslos während des Sicherheitsstop und konnte auch mal Kopfüber unter Korallen sehen ohne eine Bruchlandung in die empfindlichen Korallen zu machen. Wahrlich bemerkenswert!

Die Tauchgänge waren grundsätzlich frei von besonderen Vorkommnissen. Lediglich beim Nacht-Tauchgang wurden wir Zeuge wie eine 2.5m lange Muräne frei über die Korallen schlängelte. Ein wirklich Angst einflössender Anblick, bedenkt man die Dunkelheit der Nacht und den knappen Schein von einigen Taschenlampen.

Auf dem zweitletzten Tauchgang hatten wir das Vergnügen, zwei turtelnde Schildkröten zu beobachten. Unbehelligt umkreisten sie sich und schmusten vor unseren Augen. Das Pärchen blieb für ein paar Minuten und machte sich dann auf in die seichteren Gewässer des „Garten Eden“ wie der Tauchplatz genannt wird. Während der Oberflächenpause, tauchte plötzlich eine weitere Schildkröte hinter dem Boot auf und ich hatte die Gelegenheit mit Maske, Schnorchel und Kamera einige Bilder zu schiessen. Furchtlos schwamm das 1.20m Exemplar um uns Schnorchler, vermutlich mit der Erwartung etwas Futter zu kriegen da viele Boote den Fehler machen die Tiere zu füttern. Nicht selten kommen Schildkröten darum an die Oberfläche zu den Booten und werden dann versehentlich überfahren.

Neben den ganzen schönen Erlebnissen musste ich leider mit Schrecken feststellen das mein Luftverbrauch im Moment über jede Skala hinausschiesst. Meine beiden Schüler haben mich mit ihren hervorragenden Werten regelrecht beschämt. Wenn sie, bei einem 50min/20m Tauchgang, noch mit rund 100bar an die Oberfläche kamen, war ich bei nahezu Null. Vermutlich kommt der aufgestaute Stress mit meiner „Lebensplanung“ an die Oberfläche und ich kann mich nicht richtig entspannen. Hoffentlich gibt sich das in den nächsten Tagen wenn ich mich ein wenig gezielter, mit meiner Entscheidung Thailand zu verlassen, auseinandergesetzt habe.

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  1. Philipp
    Philipp
    29. April 2010, 16:47 | #1

    Von einem Exterm ins andere!!! Ich dachte immer Kanada sei gar nicht dein Fall, aber eben wo die Leibe hinfällt…

    Viele Grüsse und bis bald.
    Philipp

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