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Home Sweet Home

Schon wieder ist über eine Woche vergangen seit ich meine Füsse auf heimatlichen Boden gestellt habe. Wie herrlich war der Moment als ich in Zürich aus dem Flieger gestiegen bin und mein Vater mich begrüsst hat. 15 Monate war es her als ich meine Familie das letzte mal persönlich gsehene habe. Der erste Atemzug in Schweizer Freiheit war eine Wohltat, klare kalte Luft, fast als ob ein unsichtbarer Widerstand verschwunden wäre und das atmen leichter geworden wäre. Doch das eigentliche Stichwort ist „kalt“, an 34° gewohnt habe ich die ersten Tage ohne Übertreibung frierend verbracht. Socken, Pullover und Trainerhosen waren wieder Pflicht um bei etwa 10 Grad Lufttemperatur über die Runden zu kommen.  

Nun aber erst einmal eine Woche Rückwärts, der Heimflug. Fliegen assoziiere ich immer mit Strapazen. Die langen Wartezeiten und das Schlange stehen am Flughafen und natürlich die Reise selbst, machen die meisten Trips zu einer Qual sondergleichen. Alleine der Gedanke an die Destination machen die Reise erträglich. Ich bin von Phuket mit Airasia nach Bangkok geflogen, wo ich meinen Anschluss mit Airberlin nach Düsseldorf und dann nach Zürich hatte. Airberlin ist eine so genannte billig Fluglinie. Trotz „billig“ war der Service jedoch ziemlich gut und das sparen hat sich wohl mehrheitlich auf die Sitzfläche und die Beinfreiheit ausgewirkt. Ohne jemanden zu beleidigen der etwas mehr Gewicht auf den Rippen hat aber wie zum Teufel kann so eine Person einen Billigflug überstehen? Ich bin weder dick noch habe ich lange Beine doch in diesem Flieger fühlte ich mich regelrecht eingezwängt. Die Flugzeit von etwa 12 Stunden von Bangkok nach Düsseldorf war eine kleine Ewigkeit für mich. Nach dem Take-off, habe ich etwa 150 Seiten in meinem Crichton Buch gelesen, das erste Flugzeug-Essen „genossen“, mit meinem etwas schrägen Sitznachbarn gequatscht, einen Film auf dem Ipod angesehen und schliesslich auf die Uhr geschaut. Gefühlte 6 Stunden, real 3.5 Stunden, mir wurde fast übel beim Gedanken noch weitere 9! Stunden herumzusitzen. Der Airbus 330-19 hatte keinerlei persönliches Entertainment und für den, auf mini Bildschirmen geziegte Boardfilm musste man erst die Kopfhörer für 3 Euro kaufen. Gezeigt wurden Liebeskomödien und Kinder-Animationsfilme des letzten Jahres. Recht einen trinken konnte man auch nicht, da man für ein Bier ebenfalls ca. 4 Euro löhnen muss und somit ein Einschlaf-Rausch doch etwas teuer ausfällt. So sass ich halt auf meinem mittlerweile schmerzenden Hintern, las, hörte etwas Musik und machte mir so meine Gedanken zur Zukunft. Am Ende des Fluges wusste ich nicht mehr wie ich mich hinsetzen sollte damit mein Körper nicht aufschreit.

Wieder Zuhause angekommen, suhle ich mich im gebotenen Luxus. Eine Dusche aus welcher eine unvernünftig grosse Menge Wasser sprudelt und ein mit allerhand leckereien gefüllter Kühlschrank sind nur ein kleiner Teil der Dinge die ich doch etwas vermisst habe. Als ich das erste mal meinen Laptop geöffnet habe und etwas herumgesurft bin, konnte ich es kaum glauben, das Internet kann ja auch verdammt schnell sein! Ab sofort muss ich meine Gallery Uploads nicht mehr in den frühen Morgen planen damit ich genügend Bandbreite zur verfügung habe, es ist schnell, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Da ich es vermutlich noch nicht erwähnt habe, ich arbeite auch wieder etwas in meiner alten Firma bevor ich mich in den grossen weissen Norden, Kanada genannt, aufmache. Ich habe durch eine glückliche Fügung meinen alten Job wieder bekommen und konnte schon nach 4 Tagen “Heimurlaub” wieder anfangen. Eigentlich hatte ich ja damit gerechnet das ich Tage brauche um mich wieder ins Business einzuarbeiten, doch zu meinem erstaunen benötigte ich nur eine sehr kurze Einarbeitungszeit und konnte nach einem halben Tag wieder voll einsteigen. Es ist irgendwie erschreckend wenn man nach 15 Monaten Absenz sich wieder an den Platz setzt und Systeme sowie Passwörter wieder aus dem Gedächtnis abrufen kann als ob man niemals weg gewesen wäre. Ein sltsames Gefühl, wieder mit den alten Kollegen zu arbeiten und noch nahezu jedes Gesicht mit Namen zu kennen. Ich bin jedenfalls sehr dankbar für diese Möglichkeit da es mir einerseits ermöglicht etwas Geld für die weiteren Pläne zu machen und andererseits hält es mich auf Beschäftigt um die Zeit zu überbrücken in welcher ich meine Freundin nicht sehen kann.

Neben dem Beschäftigungsprogram durch die IT-Arbeit, widme ich mich natürlich auch wieder meinem liebsten Hobby, Briefmarken sammeln! Nein Unsinn, ich habe gleich am nächsten Tag nach meiner Ankunft meine Fahrräder wieder ausgepackt. Nichts habe ich so sehr vermisst wie das Biken in den grünen Hügeln. Meine erste Ausfahrt wollte ich eigentlich ganz gemächlich angehen, doch ich war sehr überrascht wie wohl ich mich nach der langen Zeit fühlte und so schoss ich gleich einmal in den Fünfländerblick. Es war wie zu den besten Tagen, das Licht und Schatten Spiel im Wald, das knistern unter den Reifen, die verschiedenen Düfte in der Luft. Ich fühlte mich nach langer langer Zeit wieder einmal ganz frei.

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  1. 14. Juni 2010, 20:34 | #1

    Welcome home!
    …und Biken in der Schweiz ist einfach schön…

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