“Zwei Schachteln Parisienne Mild bitte”. “Soft oder Box?” fragt die Verkäuferin am Bahnhofskiosk mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. “Soft bitte…komischer Anblick, nicht wahr?” erwidere ich mit einem eben so freundlichen Gesichtsausdruck in voller Montur mit Handschuhe, Brille, Helm und was halt so dazu gehört. “Nein, nein” winkt die Verkäuferin ab.
Dabei war ich mir ziemlich sicher das sie sich denkt: “Was für ein Idiot, krasse Radkleidung aber qualmen”. Natürlich kann ich den Gedanken nachvollziehen. Mir ist es ja sogar selber peinlich. Nicht selten habe ich mir auf dem Gipfel einer grösseren Tour eine Zigarette gegönnt und dabei die pure Boshaftigkeit in “Blick-Form” eingefangen, eigentlich zu recht versteht sich.
Ich bin mir auch vollends bewusst, dass Nicotin und alle anderen Chemikalien schädlich für den Körper sind und einem früher oder später umbringen werden, aber verdammt ich hab’s noch nicht geschafft endgültig aufzuhören.
Ich rauche im Schnitt während eines Arbeitstages etwa ein Päckchen, auf grossen Rad Touren oder Zuhause etwa noch 10 Zigaretten. Ich habe einen verdammt hohen Grundpuls und komme gut und gerne auf 110 Schläge, wenn ich in den Keller laufe und die Schuhe anziehe. Durch mein sehr intensives Training stehe ich meinen Nichtraucher-Kollegen in nichts nach. Jedoch bleibt für mich immer die Frage offen, wie fit wäre ich den eigentlich wenn ich nicht rauchen würde? Ich habe leider keine aktuellen Zahlen gefunden wie stark die Muskeln und die Sauerstoffaufnahme unter dem Qualm leiden, ich bin jedoch überzeugt das ich schon gute 30-40% weiter wäre ohne das gerauche.
Da ich zwei bis drei Wochen Ferien in Aussicht habe, starte ich wieder mal einen Versuch Nichtraucher zu werden. Alleine der Begriff “Versuch” verurteilt eigentlich zum scheitern, es soll mehr als ein Versuch sein, ich WILL ein Nichtraucher werden. Grossartige Pläne habe ich nicht geschmiedet, ich werde möglichst viel Zeit auf dem Rad verbringen, was mich schon einmal über den (achtung Wortspiel) Berg gebracht. Ab dem ersten Ferientag breche ich automatisch mit allen Raucher-Gewohnheiten, kein Qualmen nach dem aufstehen, kein Rauchen auf dem Weg zum Bahnhof und die Zigarette nach dem Essen wird so oder so gestrichen.
Es wird zweifelsohne eine grosse Herausforderung und der Wille aufzuhören wird hart auf die Probe gestellt. Jeder Raucher weiss, was für Strapazen man auf sich nimmt wenn einem die Glimmstängel ausgegangen sind und vor diesem Drang habe ich den grössten Respekt.
Ich werde mich konzentrieren, die Vorteile immer wieder geistig aufbereiten und einfach nicht rauchen!