Zwischendurch
- Mike
Nach dem es mich gestern Nachmittag auch noch richtig dicke erwischt hat und ich von ca. 16:00 bis 19:30 auf der Toilette verbracht habe hatte ich heute etwas Zeit zu entspannen, schlafen und ohne ständige Begleitung zu surfen.
- Mike
Nach dem es mich gestern Nachmittag auch noch richtig dicke erwischt hat und ich von ca. 16:00 bis 19:30 auf der Toilette verbracht habe hatte ich heute etwas Zeit zu entspannen, schlafen und ohne ständige Begleitung zu surfen.
Wenn wir doch schon mal wieder so schön gratis Internet in guter Geschwindigkeit haben, nutzen wir das doch gleich richtig aus um über die neusten Geschehnisse zu berichten.
Meine weissen Adidas Sneaker, anfangs unbequem, doch nun wie eine zweite Haut eingelaufen. Das ideale Schuhwerk für den sogenannten Connauthplace in Delhi. Edle Geschäfte und kleine Krämerläden teilen sich hier den Platz in diesem Ring. Sonntags sind die meisten Geschäfte zwar geschlossen doch für einen Spaziergang ist der Platz ideal. Schlendern, Schaufenster gaffen und bei Baristas Schokokuchen und Kaffee Eis verdrücken.
Nichts böses im Sinn lief ich heute mit Modi in eine Unterführung an diesem besagten Ring, um auf die andere Seite der wild befahrenen Strasse zu gelangen. In der halb dunklen mit Fliessen ausgelegten Gruft sah ich einen kurzen moment das jemand hinter mir war und auch Modi einen kurzen Moment seine Aufmerksamkeit auf den Typen gelenkt hatte. Es sah so aus als ob der gute Mann gestolpert sei und wir beide hatten zuerst den Rucksack als Ziel im Sinn, doch nichts geschah.
Als wir die Treppe zum Ausgang hoch stiegen sprang mich gleich ein bärtiger Herr an. Sir , Sir , look at this, shit on your shoe! I will clean it off! Meine Fresse, ein dicker Haufen Kuhscheisse auf meinem weissen Sneaker, diese Schweine! Ihr riecht den Braten sicher schon, der gute Herr der gestolpert war hat mir den Dreck auf den Schuh gestrichen damit der bärtige hilfsbereit wie er ist, den Mist für ein schönes Sümmchen wieder abmachen kann. Nicht mit mir dachte ich und im ärger lief ich davon und machte den Dung selbst ab. Zum glück sind nur die Schuhbändel ruiniert und nicht mehr.
Nun, von all den miesen Taktiken, Tricks und Schlepp-versuchen ist das wohl einer der idiotischten Tricks und ich verstehe einfach nicht wie sich die Leute hier in Delhi selbst das leben versauen weil niemand gerne nach Delhi zurückkehren wird, war er einmal hier. Man wird betrogen und beschissen, teilweise sogar im Namen des Indischen Goverments. Incredible India.org, gewiss.
Wenn man einen Moment hier verbracht hat wird man zwar “sehend” was die Schlepper und Trickser angeht, dennoch wird man einfach ärgerlich sieht man das z.B. ein Inder für die gleiche Strecke mit der Rickshaw 10rs zahlt und von uns 100 verlangt wird. Mir ist klar das Touristen einiges an Geld abwerfen, aber man wird einfach automatisch knauserig weil man ständig abgezogen wird. Sogar am Prepaid-Taxi stand ist der 50er den ich durch gereicht habe einfach verschwunden.
Ihr dürft mich nicht falsch verstehen, ich bilde mir nicht ein Indien zu kennen und mein Ärger ist rein lokaler Natur. Wir haben von Indien einfach zu wenig gsehen um jetzt im grossen Stil zu lästern und ich möchte behaupten das insbesondere Delhi die Hochburg der Schwindler ist. Wir haben Leute aus Kashmir und Anurachal Pradesh kennen gelernt, welche offen und gutherzig sind, so wie wir auch eine riesen Portion Herz in Leh angetroffen haben. Indien ist einfach mit vorsicht zu geniessen, mit einer Priese misstrauen jedem anscheinend freundlichen Fremden gegenüber. Mann kann nie wissen ob er einem in die nächste Verkaufs-Show schleppt
- Mike
Nach vier Tagen in Leh sind wir nun wieder nach Delhi zurückgekehrt, schauen unserem Feind ein weiteres Mal ins Auge und wenn ich das nach knapp zwei Tagen sagen kann, mit hoher Erfolgsquote.
Auch wenn wir zur Zeit in einem Youth Hostel abgestiegen sind sagen die Preise eher „Hotel“. 800 Rs. für die Nacht im Doppelzimmer ohne eigenem Klo oder Dusche eher genug dafür jedoch ziemlich sauber und im Grünen, nahe an den ganzen Botschaften. Darunter wahre Paläste was ich so beim vorbeifahren gesehen habe. Auch die Schweizer Botschaft stach mir ins Auge, jedoch nicht als Palast, mehr als Beton-Bunker. Understatement vom feinsten, vermutlich in den 80ern gebaut.
Was nicht so lässig wie in Europa daher kommt ist das inkludierte Frühstück, wie bei allen internationalen Youth Hostels üblich. Vier Scheiben kaltes Toastbrot und ein dünnes Omlett, direkt auf der Serviette ohne Teller serviert. Kein Tee, kein Kaffee keine Früchte und keine Haferflocken. Was soll’s, ich hab’s gegessen und in Sachen Kalorien müssen wir eh noch etwas nachholen. In Leh haben wir maximal 1 mal am Tag gegessen und dann auch nur wenig. Wir haben uns nun entschieden die Spar-Mäntel abzulegen und die Tage in Delhi noch richtig zu geniessen. Besonderer Task, kein indisches Essen, insbesondere kein Dal. Bitte versteht es nicht falsch, indisches Essen ist gut, jedoch ist es uns einfach verleidet. Immer der selbe Brei mit denselben fünf Spices. Gestern Abend haben wir mal wieder richtig zugeschlagen und in einem feinen chinesisch/japanisch Restaurant namens Fujiya . Dicke Nudelsuppe mit viel Gemüse, ein schönes Dessert und ein abschliessendes Bier. Das tat mal wieder richtig gut.
Heute haben wir ebenfalls zugeschlagen, doch was wichtiger ist, wir sind weise durch die Strassen gelaufen. Wissend was die ganzen Tricks und Sprüche der Schlepper angeht. Where are you from my friend? Antwort: Aus einem Land wo die Leute alleine laufen wollen. What are you searching my friend? Antwort: Ein Platz wo man nicht immer angelabert wird. Mit diesem Wissen bzw. dem Auge für die Leute die sich auf einmal hinter dich schleichen hat das Bummeln sogar recht viel Spass gemacht. Ich hatte mir eigentlich die Idee in den Kopf gesetzt eine Sonnenbrille zu kaufen und zwar eine mit echtem UV Schutz, also am besten eine gute Marke. Leider musste ich feststellen das sogar im Optiker-Laden nur mist verkauft wird. Brillen mit dem Oakley Logo die ich auch keiner Webseite finde, aus seltsamen Kunststoff mit Bügelmechanik wie aus dem Kaugummi Automaten. Einfach nur Betrug zu einem übertriebenen Preis.
Da wir uns ein Thailand Visum besorgen wollen werden wir wohl noch über das Wochenende und Montag Dienstag in Delhi bleiben müssen. Mal sehen wie schnell wir diese Aufgabe meistern.
(Ich hab grad kein schönes Bild zur Hand, aber einen tollen Wecker aus einem indischen Magazin. Speck macht wirklich einfach alles besser!)
- Mike
Am vierten Tag ist es so weit und unseren Freund Modi hat es richtig übel erwischt. 30%-70% aller Indien reisenden Europäern erwischt es innert den ersten zwei Wochen ebenfalls, Delhi Belly. Oftmals bedingt durch mangelnde Hygieneverhältnisse schleichen sich die fiesen Bakterien ein und machen einem das Leben schwer und mit schwer meine ich das ich das nicht meinem schlimmsten Feind wünschen würde. Nun was tut man dagegen, der Lonley Planet sagt man soll die akuten Erscheinungen mit Immodium bekämpfen und bei länger anhaltenden Beschwerden einen Arzt auf zu suchen. Zu dumm dass wir doch gerade eben noch alles gebucht haben und vermutlich alles abblasen können.
Versteht mich bitte nicht falsch, es ist natürlich eine Menge Geld im Spiel das wir vermutlich nur zu einem Bruchteil wieder sehen werden, doch die Gesund ist das aller aller wichtigste und bevor Modi oder ich nicht in blendendem Zustand Reisen können, riskieren wir nichts. Die Gesundheit und geistige sowie körperliche Wohlbefinden steht über allem anderen. Was nützt ein Taj Mahal im Sonnenuntergang wenn man es von der Hotel Toilette nicht sieht.
Wirklich erstaunlich fand ich die Reaktion des Hotel-Managers der von unserem Problem, vermutlich durch alle Gänge gehört hat und umgehend nach dem Rechten sah. Es sei zwar so, dass die Hotels und Guesthouses für ihre Gäste zu sorgen haben, von Gesetztes wegen. Aber er hat sich wirklich rührend bemüht und alle halbe Stunde nachgesehen ob es noch geht oder wir doch zu einem Arzt müssen. Auch als ich vor dem Zimmer gewacht habe, hat sich das Personal immer mal wieder erkundigt und mich mit Wasser versorgt.
Mal sehen wie es weiter geht, ich bete zu Gott und wasche mir die Hände das ich nicht vom Delhi Belly befallen werde. „Cook it, peel it, boil it or leave it“ ist eben leicht gesagt und mühsam umzusetzen wenn man nicht in die Küche sieht oder Selbstversorger ist.
(UPDATE)
Nach einer harten Nacht konnten wir doch noch aufbrechen. Wir leiden zwar beide zur Zeit etwas unter gewissen verdauungsbeschwerden
sind aber schon bis nach jodhpur gekommen und haben wieder mal inet, darum auch gleich drei posts aufs mal