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Artikel Tagged ‘Fitness’

Frühling, radeln und vor allem nicht rauchen

24. Februar 2008 2 Kommentare

Ein ruhiger Samstagabend ohne Ausgang. Ich hatte wieder einmal völlig vergessen mir eine neue Schachtel Zigaretten zu kaufen, schaudern. Ich zähle die Stängel und rechne aus wie lange ich noch Rauchstoff habe. Wenn ich jede Stunde nur eine rauche sollte ich bis um ca. 1:00 durchkommen.

Um Mitternacht spaziere ich auf den Balkon und krame das verdächtig leichte Päckchen vor. Verdammt, da sollten noch mindestens 2 Zigaretten übrig sein, geistig gehe ich die Rauchpausen durch und komme zum Schluss das ich mich wohl schon Anfangs verzählt haben muss.

Was nun? Ich bin ausgebrannt! Soll ich mich noch schnell aufs Rad schwingen, an den Bahnhof fahren und hoffen das der Automat noch was hergibt? Eigentlich bin ich schon recht müde und mitten in “Das Imperium schlägt zurück”. Ich kann den guten Han Solo jetzt nicht unterbrechen, abgesehen davon bin ich jetzt echt zu faul um mich nochmals anzuziehen und nach Kleingeld zu suchen. Ich ziehe noch zweimal an der letzten Zigarette, ich könnte eigentlich auch damit aufhören, fertig mit Stressen und grübeln.

Sonntagmorgen 10:30, ich wache auf und mein erster Gedanke  lautet “Zigarette”. Ich stehe auf und trinke ein grosses Glas Wasser und  mache mir eine warme Schokomilch. Wie jeden Morgen sitze ich auf den Balkon, nur diesmal mit Milch anstelle von Nikotin. Geschmacklich sicher angenehmer, doch nicht halb so befriedigend. Bis Mittag sieche ich dahin, ich beschäftige mich mit Computerspielen, lese den Blick und lache über die ganzen Anti-Raucher Broschüren. Habt ihr gewusst das Frauen sogar eine eigene haben? Als ob Frauen mit anderen Problemen kämpfen als ein Mann. Jeden Moment den ich nicht konzentriert verbringe, gibt mein Gehirn nur “ZigiZigiZigiZigi” von sich. 

Nach einem ausgewogenen Mittagessen, bestehend aus Toast und zwei 3min-Eiern schwinge ich mich aufs Rad. Wie schon beim letzten gescheiterten Versuch spüre ich wie sich die Atmung bereits verbessert hat. Von “Fit” bin ich noch weit entfernt, aber die  verbesserte Atmung kann mein Übergewicht fast ausgleichen ;-)

Mal schauen wie es weitergeht, ich will es dieses mal schaffen!

Lang ist’s her

1. Oktober 2007 1 Kommentar

Ein grauer Schleier hängt müde über dem Rorschacherberg. Mein erster verschlafener Blick schweift vom verhangenen Himmel auf das Thermometer, die angezeigten 7.5 Grad Celsius lassen mich schaudern. Der Sommer ist zweifellos vorüber, so plötzlich wie er da war, ist er wieder verschwunden. Jeden Tag muss ich mich ein bisschen mehr anstrengen um aus dem Bett zu kommen, den jeden Tag wird es eine Spur dunkler und kälter. Ich bin ein Morgenmuffel und hasse den Winter. Ja, ich hasse ihn wirklich.

In Anbetracht meiner Abneigung gegenüber aller Wintersport arten, muss ich mich irgendwie bei Laune und körperlicher Fitness halten. Dem Joggen galt der erste Gedanke und so habe ich mich guten Mutes in die leichten Turnschuhe gestellt. Schon bei den ersten paar Schritten schwindet meine Motivation. Es drückt an der Ferse, mein Pulli weigert sich die Ärmel oben zu halten und die Knie geben knackende Geräusche von sich. Nach nicht mal zehn Minuten bin ich ausser Atem und fühle mich irgendwie alt. Die Knie schmerzen und und meine knick-senk-platt Füsse wollen irgendwie auch nicht mehr. Ich renne mit halber Kraft wieder Heim.

Da ich mich mit dem Laufsport nicht wirklich anfreunden kann, suche ich jetzt nach Alternativen. Ich tendiere ganz klar zu einem Rad-ähnlichen Sport, im Stil von Spinning oder einem vernünftigen Hometrainer. Bei ersterem schrecken mich aber die Kosten noch ab. Es kommt mir ziemlich hirnrissig vor, über 1000.- für ein Jahresabo hinzulegen wenn ich eigentlich nur in den Wintermonaten 2 mal die Woche ins Training will. Für 1000.- gibt es bestimmt auch ganz passable Ergometer, welche ich vor meiner Glotze aufstellen kann.

Am Rande:

1. Wieder einmal ein Lob auf Velomark. Ich hatte das Glück eine ziemlich günstige Shannon Sattelstütze aus Carbon zu ergattern. Mir ist zwar nach Erhalt klar geworden warum der Verkäufer sie loswerden wollte, aber das Gewicht im Vergleich zu meiner Alten(340g) macht die Macke wieder wet. Der Kopf mit den beiden Schrauben als Fixierung ist fummelig und mühsam einzustellen, jedoch überzeugt das Gewicht bei einer Länge von 350mm und 34.9mm Durchmesser:

2. Demnächst sollten auch meine neuen Avid Ultimate Bremsen eintreffen. Eigentlich war ich “scharf” auf die neuen Magura Marta SL in knall rot. Jedoch habe ich mal wieder keinen einzigen Onlineshop gefunden der diese Teile führt. Es ist mir im allgemeinen aufgefallen das die Schweiz verhältnismässig wenige Onlineshops für z.B. eine Spezielle Produktklasse bietet. Titanschrauben, Carbonplatten oder nur schon ein ordinärer Schrumpfschlauch findet sich hierzulande nur im Hobbymarkt. In Deutschland gibt es dafür etwa 100 Shops.

3.  Ich möchte gerne wieder einmal auf Spoony’s Bikeblog verweisen. Er schreibt weitaus regelmässiger als ich und gewiss auch Bike spezifischer. Mein Rad kann sich bei seinem Eintrag vom 5.Sep bedanken. Sein Putz-Artikel hat mich ebenfalls motiviert mal die alten Zahnbürsten auszupacken und das Bike in einem 2h Reinigungs-Marathon auf Hochglanz zu bringen. Dabei habe ich mich an ein kleines Experiment gewagt und den Rahmen nach vollständiger Reinigung mit Autowachs behandelt. Ganz nach Packungsbeilage, habe ich mit einem Lappen eine dünne Schicht aufgetragen, alles trocknen lassen und anschliessend mit einem Microfasertuch nachpoliert. Neben dem absolut überzeugenden Glanz, hat sich die Wachsbehandlung als äusserst praktisch erwiesen. Schmutz und Wasser haben keine Chance und mit einem Baumwollfetzen(sprich alte T-Shirts) darüber gewischt, erstrahlt alles wieder im alten Glanz.

Röcheln und Husten

20. August 2007 2 Kommentare

“Zwei Schachteln Parisienne Mild bitte”. “Soft oder Box?” fragt die Verkäuferin am Bahnhofskiosk mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. “Soft bitte…komischer Anblick, nicht wahr?” erwidere ich mit einem eben so freundlichen Gesichtsausdruck in voller Montur mit Handschuhe, Brille, Helm und was halt so dazu gehört. “Nein, nein” winkt die Verkäuferin ab.

Dabei war ich mir ziemlich sicher das sie sich denkt: “Was für ein Idiot, krasse Radkleidung aber qualmen”. Natürlich kann ich den Gedanken nachvollziehen. Mir ist es ja sogar selber peinlich. Nicht selten habe ich mir auf dem Gipfel einer grösseren Tour eine Zigarette gegönnt und dabei die pure Boshaftigkeit in “Blick-Form” eingefangen, eigentlich zu recht versteht sich.

Ich bin mir auch vollends bewusst, dass Nicotin und alle anderen Chemikalien schädlich für den Körper sind und einem früher oder später umbringen werden, aber verdammt ich hab’s noch nicht geschafft endgültig aufzuhören.

Ich rauche im Schnitt während eines Arbeitstages etwa ein Päckchen, auf grossen Rad Touren oder Zuhause etwa noch 10 Zigaretten. Ich habe einen verdammt hohen Grundpuls und komme gut und gerne auf 110 Schläge, wenn ich in den Keller laufe und die Schuhe anziehe. Durch mein sehr intensives Training stehe ich meinen Nichtraucher-Kollegen in nichts nach. Jedoch bleibt für mich immer die Frage offen, wie fit wäre ich den eigentlich wenn ich nicht rauchen würde? Ich habe leider keine aktuellen Zahlen gefunden wie stark die Muskeln und die Sauerstoffaufnahme unter dem Qualm leiden, ich bin jedoch überzeugt das ich schon gute 30-40% weiter wäre ohne das gerauche.

Da ich zwei bis drei Wochen Ferien in Aussicht habe, starte ich wieder mal einen Versuch Nichtraucher zu werden. Alleine der Begriff “Versuch” verurteilt eigentlich zum scheitern, es soll mehr als ein Versuch sein, ich WILL ein Nichtraucher werden. Grossartige Pläne habe ich nicht geschmiedet, ich werde möglichst viel Zeit auf dem Rad verbringen, was mich schon einmal über den (achtung Wortspiel) Berg gebracht. Ab dem ersten Ferientag breche ich automatisch mit allen Raucher-Gewohnheiten, kein Qualmen nach dem aufstehen, kein Rauchen auf dem Weg zum Bahnhof und die Zigarette nach dem Essen wird so oder so gestrichen.

Es wird zweifelsohne eine grosse Herausforderung und der Wille aufzuhören wird hart auf die Probe gestellt. Jeder Raucher weiss, was für Strapazen man auf sich nimmt wenn einem die Glimmstängel ausgegangen sind und vor diesem Drang habe ich den grössten Respekt.

Ich werde mich konzentrieren, die Vorteile immer wieder geistig aufbereiten und einfach nicht rauchen!

Braten auf 2300m

2. August 2007 4 Kommentare

Gestern war unser Nationalfeiertag, wie üblich mit viel Lärm durch Böller und Knaller. Um den Tag sinnvoll zu verbringen bin ich mit einem guten Kollegen aus der Firma eine richtig heftige Tour gefahren. Die Montafon Tour3 aus dem Mountain-Bike Special “Die 50 schönsten Touren”, hat sich vielversprechend angehört und so haben wir uns entschieden eine Runde zu drehen.

Am Morgen sind wir nicht all zu früh los, um ca. halb Zehn sind wir in Vandans angekommen. Die Fahrt von St. Margrethen nach Vandans geht hauptsächlich über die Autobahn(Pickerl!) und so ist man in ca 40-50min im Montafon. Ausgerüstet mit der “Roadmap” aus dem Magazin haben wir doch noch einen Einheimischen nach dem Weg gefragt. Er hat uns den Einstieg erklärt und noch darauf hingewiesen das die Strecke für Bikes verboten sei, dass es aber unsere Sache sei was wir machen.

Der erste Anstieg zum Taleingang war knackig, jedoch auf Asphalt, was die 20% ein wenig gemildert hat. Ein paar Kilometer flaches Einfahren wären aber durchaus ratsam gewesen. Der Eingang war mehr oder weniger ein grosser Kiesplatz, wo wir auch gleich nochmals die Karte studiert haben. Ein Wegweiser mit der Aufschrift “Rellstall” war schnell gefunden, doch nach ca 5 min Fahrt mussten wir bereits absteigen und schieben, weil der Weg derart steinig und steil war. Uns kam der Gedanke das wir Falsch sind, denn auf der Map stand etwas von einer Geröllstrasse. Nach weiteren 10 Minuten war uns klar, wir hatten uns elend verfahren, doch die geschobenen und getragenen 400hm wollten wir nicht hergeben also würgten wir uns ganz nach Oben. Auf einer Kiesstrasse studierten wir eine lokale Wanderkarte. Die Einsicht das wir uns total verfahren hatten und wieder runter durften wurde mit einem “haha, jetzt sind wir immerhin eingefahren” gemildert.

Wieder am Ausgangsort angekommen fiel unser Blick auf einen anderen Wegweiser, welcher uns in die andere Richtung lenkte. Die beiden grossen Verbotsschilder für Fahrräder gaben uns die Sicherheit das wir auf dem richtigen Weg sind. Die steile Kiesstrasse führte uns ca. 600hm nach oben. Einige male musste ich anhalten um kurz durchzuatmen und einiges an Wasser aufzunehmen. Mit ca 27 Grad und stahlblauem Himmel hatten wir uns einen super Tag ausgesucht, jedoch wären mir in diesem Moment ein paar dunkle Wolken lieber gewesen ;-) . Mit ca. 1000hm in den Beinen sind wir Mittags auf der ersten Hütte angekommen. Der Alpgasthof Rellstall war ein gemütliches Plätzen um ein wenig zu auszuruhen und ein gutes Stück Zwetschgen-Kuchen zu essen. Zu unserem Glück gab es auch einen Brunnen an dem wir unsere Trinkblasen und Flaschen wieder füllen konnten. Die 2.5Liter waren einfach zu schnell leer und der Schweiss tropfte permanent von der Stirn.

Auf dem Weg trafen wir noch ein Pärchen und erkundigten uns nach dem Weg und der Fahrbahn. “Naja, sind schon nochmal so viele hm und n Stück tragen müssts ihr auch, aber des geht schon, je nach dem wie fit ma is” erklärte uns der freundliche Biker. Für uns hörte sich das ganz gut an und wir fuhren den gemütlichen Weg richtung Zaluanda-Alpe und Schweizertor. Der Weg war eine ganze Weile sehr angehnem und mit ca 10-16% Steigung gut fahrbar. Es ging jedoch nicht lange bis wir an der beschriebenen Tragepassage angekommen waren. Das Fahrrad geschultert, marschierten wir den steilen und unwegsamen Pfad nach oben. Ein typisch alpiner Wanderweg, der mit Wanderausrüstung sicherlich auch ein rechter Genuss ist, doch mit Fahrradschuhen und einem Bike auf dem Rücken sieht die Sache ein bischen anders aus. Nach ca 50min tragen, rasten, tragen, sind wir am Schweizertor angekommen.

Der Ausblick war eine Wucht, sowohl der Steile weg auf dem wir gekommen waren, wie auch die Aussicht über die schweizer Gipfel vermittelten einen gewissen Respekt. Die Sonne knallte immer noch erbarmungslos auf unsere verschwitzen Häupter und so brachen wir zum höchtsten Punkt auf. Natürlich war dieser nur per schieben und tragen des Fahrrads zu erreichen, doch die 20min mit Blick auf das Ziel waren kein Problem mehr. Angekommen auf dem Öfenpass genossen wir noch ein paar Minuten die super Aussicht von 2300m Höhe.

Ein Blick in die Wegbeschreibung verrsprach uns eine “technische Abfahrt” zur Lindauer-Hütte. Hätte ich den Autor dieser Beschreibung vor mir gehabt, ich hätte ihn glatt erwürgt. Vieleicht tu ich ihm auch unrecht, es könnte ja sein das “technische Abfahrt” für “tierisch steilen unfahrbaren Wanderweg” steht. An fahren war nicht zu denken! Natürlich konnte man auf Teilstücken kurz aufsitzen. Doch mein erster und letzer Versuch endete mit einem Absprung vom Rad, als ich fast den Berg runter stürzte. So kam es, dass wir das Rad weitere 15min getragen haben, bis wir wieder auf einem fahrbaren Pfad angekommen waren.

Angekommen in der Lindauer-Hütte gönnten wir uns eine rechte Mahlzeit und ein kühles Radler. Für glatte 8 Euro ass ich einen Fitnessteller mit Poulet-Streifen auf einem grossen gemischten Salat. Der Teller war wirklich gut beladen und für 8 Euro hätte ich definitiv weniger erwartet. Auf Hütten in der Schweiz kriegt man für 12 Franken vieleicht einen kleinen Teller Nudeln. Kein Wunder, dass die Hütte genagelt voll war.

Gestärkt machten wir uns an die vielversprechende Abfahrt von 1800m auf ca 600m. Dieser “Downhill” war wie geschaffen für mein CC-Bike. Viel Kies und Schotter, einige grobe Steine und tolle enge Kurven. Ziemlich zügig, heizten wir den Berg runter. Die “Drifts” durch die engen Steilkurven machten richtig Laune und man musste aufpassen nicht all zu übermütig runter zu brettern. Auf dem Weg trafen wir viele Touristen und Wanderer und da traf mich fast der Schlag. Sie lachten und grüssten, hüpften freiwillig aus dem Weg, sogar ein paar lockere Sprüche fielen. Das pure Gegenteil der Schweiz.

Unten angekommen waren wir zwar ziemlich fertig, aber auch zufrieden über die erbrachte Leistung. 2000 Höhenmeter auf ca 32 Kilometer ist eine passable Leistung bei ca 5h fahren, tragen und stossen. Nur eine Kleinigkeit hat gefehlt. Die Sonnencreme! Ich hab mir Gesicht, Nacken, Knie und vor allem die Arme tierisch verbrannt. Eigentlich sollte man es ja langsam wissen, aber an die Sonnencreme denke ich einfach immer zuletzt. Mit einer Menge After-Sun Lotion probiere ich das Schälen der Haut zu verhindern, vom Brennen und Jucken ganz zu schweigen.

Fazit: Trotz den langen Trage- und Schiebepassagen ist es eine super Tour. Auf meiner Fitness-Skala kriegt die Tour glatte 8 von 10 Punkten, den Muskelschmalz ist definitiv gefordert. Aussicht und Natur sind ist ganz typtisch für so eine alpine Tour, wunderschön. Was haben wir bei der ganzen Tour gelernt? Karten genaustens studieren, Höhenkurfen prüfen Sonnencreme Faktor 50 einpacken ;-)

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