Der heilige Anton
Viele Kilometer sind wieder gefahren seit der letzten Berichterstattung. Auf meinen abendlichen Touren quer durch das vordere Appenzellerland bin ich wieder einmal auf einen neuen Ruhepunkt gestossen, den ich in Zukunft vermutlich noch des öfteren anfahren werde.
Im Windschatten eines anderen Bikers bin ich wieder einmal vom Kaien Richtung Riedern unterwegs. Die nächste Weggabelung im Blick war ich nicht schlecht überrascht als mein Vordermann direkt auf den Bauernhof und das Verbotsschild zusteuert. Nicht das mich ein Fahrverbot im Appenzellerland und insbesondere auf einem Wander/Forstweg abschrecken würde, aber der bösartig kläffende Köter, welcher mich normalerweise am Bauernhof anpeilt, schon.
Wenn der Typ da vorne ohne abzubremsen weiterfährt ist der Hund entweder ungefährlich oder schon nicht mehr da. Obwohl, vielleicht kennt sich der ärmste hier einfach nicht aus und wird jetzt sein blaues Wunder erleben, wer weiss? Wie ich mir im Gedankenkino vorstelle, dass der Biker von einem Hund zu Boden gerissen wird und mir so die durchfahrt ermöglicht, passieren wir den Bauernhof problemlos und weder Mensch noch Tier hindern uns an der Durchfahrt Richtung Antennenmast. Nächster Stopp, der St. Anton.

Die Belohnung auf der Spitze entfaltet sich in einer prachtvollen Aussicht in die Rheinebene. Ein Ausschnitt wie aus einem Gemälde, gesäumt mit dem saftigen Grün des Waldes. Neben der schönen Aussicht findet man auf dem 1100müm gelegenen St. Anton eine Bushaltestelle, eine kleine Kapelle und natürlich ein Restaurant. Die Bushaltestelle ist zugleich ein Minimuseum in welchem alte Feuerwehrutensilien ausgestellt sind. Auf einer felsigen Erhebung finden sich zwei Bänke auf welchen man sich gemütlich einen Moment setzen kann, sofern nicht schon zahlreiche der anderen Radfahrer oder Touristen darauf Platz gefunden haben.
Der Rückweg gestaltet sich für mich wenig spektakulär. Ich fahre dem Anton über den Buckel Richtung Landmark bis ich die Abzweigung nach Heiden einschlagen kann. Ausgangspunkt ist schlussendlich die Kreuzung Kaien-Waldstatt-Rehetobel. Den übrigen Weg habe ich bestimmt schon einmal angeschnitten und wenn nicht ist er eindeutig bzw. eindeutig langweilig das man ihn nicht verfehlen kann. Reine Kilometer “fressete”.
Neben den üblichen Fünferbesteigungen bei Regen von Oben, 15 Grad in der Mitte und Schlamm von unten bin ich letzten Freitag noch einmal in “Renntempo” auf den heiligen Anton gestiegen. Mit 1:10 war ich ganz stolz aber fix und fertig. Der Heimweg war dementsprechend aufreibend und der immerwährende scheinbar richtungsunabhängige Gegenwind übertrug sich 1:1 in Wadenkrämpfe. Es war einfach zuviel für einen anstrengenden Arbeitstag.
Rorschach-Fünfer-Grub-Heiden-Kaien-St.Anton-Wald-Rehetobel-Eggersriet-Fünfer-Rorschach
52km / 1240hm / 2h 28Min





