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Artikel Tagged ‘Heiden’

Der heilige Anton

25. Juli 2008 Kommentare ausgeschaltet

Viele Kilometer sind wieder gefahren seit der letzten Berichterstattung. Auf meinen abendlichen Touren quer durch das vordere Appenzellerland bin ich wieder einmal auf einen neuen Ruhepunkt gestossen, den ich in Zukunft vermutlich noch des öfteren anfahren werde.

Im Windschatten eines anderen Bikers bin ich wieder einmal vom Kaien Richtung Riedern unterwegs. Die nächste Weggabelung im Blick war ich nicht schlecht überrascht als mein Vordermann direkt auf den Bauernhof und das Verbotsschild zusteuert. Nicht das mich ein Fahrverbot im Appenzellerland und insbesondere auf einem Wander/Forstweg abschrecken würde, aber der bösartig kläffende Köter, welcher mich normalerweise am Bauernhof anpeilt, schon.

Wenn der Typ da vorne ohne abzubremsen weiterfährt ist der Hund entweder ungefährlich oder schon nicht mehr da. Obwohl, vielleicht kennt sich der ärmste hier einfach nicht aus und wird jetzt sein blaues Wunder erleben, wer weiss? Wie ich mir im Gedankenkino vorstelle, dass der Biker von einem Hund zu Boden gerissen wird und mir so die durchfahrt ermöglicht, passieren wir den Bauernhof problemlos und weder Mensch noch Tier hindern uns an der Durchfahrt Richtung Antennenmast. Nächster Stopp, der St. Anton.


Die Belohnung auf der Spitze entfaltet sich in einer prachtvollen Aussicht in die Rheinebene. Ein Ausschnitt wie aus einem Gemälde, gesäumt mit dem saftigen Grün des Waldes. Neben der schönen Aussicht findet man auf dem 1100müm gelegenen St. Anton eine Bushaltestelle, eine kleine Kapelle und natürlich ein Restaurant. Die Bushaltestelle ist zugleich ein Minimuseum in welchem alte Feuerwehrutensilien ausgestellt sind. Auf einer felsigen Erhebung finden sich zwei Bänke auf welchen man sich gemütlich einen Moment setzen kann, sofern nicht schon zahlreiche der anderen Radfahrer oder Touristen darauf Platz gefunden haben.

Der Rückweg gestaltet sich für mich wenig spektakulär. Ich fahre dem Anton über den Buckel Richtung Landmark bis ich die Abzweigung nach Heiden einschlagen kann.  Ausgangspunkt ist schlussendlich die Kreuzung Kaien-Waldstatt-Rehetobel. Den übrigen Weg habe ich bestimmt schon einmal angeschnitten und wenn nicht ist er eindeutig bzw. eindeutig langweilig das man ihn nicht verfehlen kann. Reine Kilometer “fressete”.

Neben den üblichen Fünferbesteigungen bei Regen von Oben, 15 Grad in der Mitte und Schlamm von unten bin ich letzten Freitag noch einmal in “Renntempo” auf den heiligen Anton gestiegen. Mit 1:10 war ich ganz stolz aber fix und fertig. Der Heimweg war dementsprechend aufreibend und der immerwährende scheinbar richtungsunabhängige Gegenwind übertrug sich 1:1 in Wadenkrämpfe. Es war einfach zuviel für einen anstrengenden Arbeitstag.

Rorschach-Fünfer-Grub-Heiden-Kaien-St.Anton-Wald-Rehetobel-Eggersriet-Fünfer-Rorschach

52km / 1240hm / 2h 28Min

Achtung Güterzug!

26. Mai 2008 2 Kommentare

Meine kleine Feierabendtour (am Freitag) in den Kaien hat von teschnischen Problemen bis zum Happy-End mit Sonnenuntergang alles abgedeckt.

Mit grossen Erwartungen bin ich von Zuhause gestartet. Im Bewusstsein das die Bremsscheiben wie auch die Beläge neu sind habe ich in der Gerade einige Vollbremsungen gezogen um die Beläge und Schreiben ein wenig anzuschleifen. Zuerst nichts, mässige Bremsleistung. Bis nach ein paar mal Hebeln ein ekelhaftes Geräusch, ähnlich einem bremsenden Güterzug an meine empfindlichen Gehöhrgänge drang. Ich fluchte über die lautstarke peinlichkeit. 

Weiter konnte ich beim treten ständig seltsamen Knack-Geräusche wahrnehmen, welche mich schlussendlich zum Absteigen bewogen haben. Nach genervtem Rütteln und Hebeln habe ich endeckt das die Laufräder nicht 100% eingerastet waren, da ich sie noch am Montageständer wieder eingehängt hatte und vergessen hatte die Schnellspanner am Boden noch einmal zu lösen. Ein dummer und vor allem gefährlicher Fehler.

 

Das Knacken war wohl weg, jedoch war der Güterzug noch immer nicht im Bahnhof angekommen. Ich war gotten froh das es noch eine ganze Weile “opsi” ging. Auf dem Hügel bin ich aufgrund von bellenden Kötern nicht angehalten und direkt auf Grub (SG) und in Richtung Heiden aufgebrochen. Auf dem sehr kurzen aber extrem steilen Wegstück wurde ich darüber belehrt was nur 2cm mehr Scheibendurchmesser ausmachen können. Ich habe mich schon auf eine “Fussbremse” vorbereitet und habe ausgeklinkt, als die Bremsen sozusagen völlig versagt haben. Bremspower bei 10% plus Güterzuglärm, den “Stop” habe ich gerade noch vor der Kreuzung geschafft. Ich hätte die Scheiben am liebsten vom Rad gerissen!

Auf dem Rückweg habe ich mich auf eine schecklich anstrengende Abfahrt eingestellt, doch interessanterweise funktionierten die Bremsen auf einmal tadellos und nahezu geräuschlos im Vergleich zum vorherigen Lärm. Die 15min Abfahrt haben den Bremsen natürlich schon arg zugsetzt und der Druckpunkt war eher matschig als knackig, aber ich bin Geräuscharm und vor allem heil unten angekommen!

Appenzeller Hügel

3. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet

Herrlich diese Brückentage, Auffahrt war stets etwas Besonderes für mich. Nicht aufgrund des christlichen Feiertags sonder durch die fast alljährlichen Campingausflüge mit der Familie als ich noch klein war. Ich habe darum Heute eine grössere Tour unternommen um neben den Computerspielen wenigstens ein bisschen an die frische Luft zu kommen.

Wie schon die letzte grössere Tour führte mich der Weg über den Fünfer nach Heiden. Da ich bis Heiden durchgehalten habe, gönnte ich mir bei der besagten Brücke eine kleine Pause um ein Foto zu schiessen. Über Heiden bin ich auf der Strasse in den Kaien (1080m) geradelt. Von da aus wollte ich eigentlich Richtung St. Anton, aber der Weg wurde von einem lauf aufjaulenden Hund versperrt. Ich habe mich nicht an diesem Pläss vorbei getraut und bin Richtung Rehetobel aufgebrochen. Auf dem höchsten Punkt angekommen geriet alles ein bisschen ausser Kontrolle.

Ein altes Pärchen auf Spaziergang hat sich darüber unterhalten das sie langsam aber sicher auf den Bus müssen, es sei ja schon halb Fünf. “Haben sie HALB FÜNF gesagt?” hake ich nach. “Ja ja, halb fünf, wie die Zeit vergeht…”. Ich war überrascht und ziemlich erstaunt. Mir war der Weg nicht klar und ich hatte demfall nur noch ein paar Stunden bis es dunkel werden würde. Meine Route basierte ganz auf der Aussicht von Berg und ich fuhr einfach wild darauf los.

Auf der Steilen Abfahrt ist mir aufgefallen das meine hintere Bremse nicht richtig zieht und seltsame Geräusche von sich gibt. Die Beläge sind schon so runter gefahren das sie bei jedem schliessen der Kolben ein schmatzendes Geräusch von sich geben. Verärgert das ich diesen Mangel bei meinen unzähligen Putzorgien übersehen hatte bin ich weiter ins Tal gefahren.

Nach dem ich einige Wanderschilder begutachtet hatte bin ich einem offiziellen Bike-Pfad gefolgt. Ich bin den Berg hinunter und den nächsten Hügel wieder hinauf gefahren. Ständig lass ich die selben Ortschaften auf den Tafeln und ständig wechselte ich die Richtung. Als die ersten Regentropfen fielen habe ich beschlossen nach Trogen zu fahren und von da aus nach St. Gallen. Doch ich landete immer tiefer in der Pampa.

Ich war schon fast so weit umzudrehen und den ganzen Weg retour zu fahren als ich doch noch eine Strasse Richtung Zivilisation gefunden habe. Nach weiteren 1.5h pedalieren und einer kleinen Radverfolgung über 10km bin ich schliesslich nach 3.5h Zuhause angekommen.

Löwenzahn und grüne Salbe

28. April 2008 2 Kommentare

Meine Wochenend Tour führte mich wie üblich erst mal auf den Fünfländerblick. Von da aus nach Grub SG, wo ich einfach innehalten musste um diese über und über mit Löwenzahn bedeckten Wiese zu fotografieren. Unter den wunderlichen Blicken einiger Bauern habe ich mir einige Minuten Pause gegönnt und bin hin und her, vor und zurück gelaufen um die Wiese und einige blühende Bäume zu schiessen. Es roch nach Frühling und ich suhlte mich in den wärmenden Sonnenstrahlen. 

Neue Wege habe ich befahren als ich Mitten durch einen Wald ins Tal und wieder hoch nach Heiden geradelt bin. Enge wurzlige Trails und eine Steinbrücke haben den Weg zu einem anstrengenden 30% Stich gewiesen, welcher mich schlussendlich in Richtung Stadt bzw. Dorfkern geführt hat.

Zu meinem Glück hat sich gerade der Maserati Club Schweiz zu einem Treffen im Hotel Heiden versammelt. Seltsamerweise räumte der Dodge Charger Daytona auf dem Hotelparkplatz fast mehr Blicke ab als die eleganten Italiener.

Mit einem Schluck Heidener-Kirchenbrunnenwasser gestärkt wollte ich mich auf eine offizielle Radstrecke Richtung St. Margrethen begeben. Nach nicht einmal 100 Meter zeigt mir eine weitere Tafel den Weg zur gewünschten Stadt. Leider genau in die entgegengesetze Richtung. Unfähig den richtigen Weg zu finden habe ich umgedreht und bin über Grub wieder auf den Fünfer gefahren und habe mich auf den nach Hause weg gemacht. Unten war mir noch nicht nach ausruhen und ich habe mich noch einmal über die Strasse hochgekämpft. 

 

Eigentlich schon fix und fertig habe ich mit Freunden noch ein Stündchen Fussball angehängt. Abends waren meine Beine trotz Wechseldusche und Massage schwer wie Steine. Die richtige Gelegenheit die “Starke grüne Salbe” zu preisen. Eigentlich für das Veterinärwesen enwickelt lindert sie Muskelschmerzen und fördert die Durchblutung. Unter Wanderern ist die “Pferde-Salbe” schon lange ein Geheimtip und ich kann nur sagen das diese penetrant nach Gamfer und Menthol richende Salbe wirklich Wunder wirkt. Am nächsten Tag waren die Beine noch etwas Müde, aber durchaus bereit für eine regenartive 1h Tour im flachen und ein weiteres Fussballspiel ;-)

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