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Artikel Tagged ‘Indien’

Be-schiss

5. April 2009 Kommentare ausgeschaltet

Wenn wir doch schon mal wieder so schön gratis Internet in guter Geschwindigkeit haben, nutzen wir das doch gleich richtig aus um über die neusten Geschehnisse zu berichten.

Meine weissen Adidas Sneaker, anfangs unbequem, doch nun wie eine zweite Haut eingelaufen. Das ideale Schuhwerk für den sogenannten Connauthplace in Delhi. Edle Geschäfte und kleine Krämerläden teilen sich hier den Platz in diesem Ring. Sonntags sind die meisten Geschäfte zwar geschlossen doch für einen Spaziergang ist der Platz ideal. Schlendern, Schaufenster gaffen und bei Baristas Schokokuchen und Kaffee Eis verdrücken.

Nichts böses im Sinn lief ich heute mit Modi in eine Unterführung an diesem besagten Ring, um auf die andere Seite der wild befahrenen Strasse zu gelangen. In der halb dunklen mit Fliessen ausgelegten Gruft sah ich einen kurzen moment das jemand hinter mir war und auch Modi einen kurzen Moment seine Aufmerksamkeit auf den Typen gelenkt hatte. Es sah so aus als ob der gute Mann gestolpert sei und wir beide hatten zuerst den Rucksack als Ziel im Sinn, doch nichts geschah.

Als wir die Treppe zum Ausgang hoch stiegen sprang mich gleich ein bärtiger Herr an. Sir , Sir , look at this, shit on your shoe! I will clean it off! Meine Fresse, ein dicker Haufen Kuhscheisse auf meinem weissen Sneaker, diese Schweine! Ihr riecht den Braten sicher schon, der gute Herr der gestolpert war hat mir den Dreck auf den Schuh gestrichen damit der bärtige hilfsbereit wie er ist, den Mist für ein schönes Sümmchen wieder abmachen kann. Nicht mit mir dachte ich und im ärger lief ich davon und machte den Dung selbst ab. Zum glück sind nur die Schuhbändel ruiniert und nicht mehr.

Nun, von all den miesen Taktiken, Tricks und Schlepp-versuchen ist das wohl einer der idiotischten Tricks und ich verstehe einfach nicht wie sich die Leute hier in Delhi selbst das leben versauen weil niemand gerne nach Delhi zurückkehren wird, war er einmal hier. Man wird betrogen und beschissen, teilweise sogar im Namen des Indischen Goverments. Incredible India.org, gewiss.

Wenn man einen Moment hier verbracht hat wird man zwar “sehend” was die Schlepper und Trickser angeht, dennoch wird man einfach ärgerlich sieht man das z.B. ein Inder für die gleiche Strecke mit der Rickshaw 10rs zahlt und von uns 100 verlangt wird. Mir ist klar das Touristen einiges an Geld abwerfen, aber man wird einfach automatisch knauserig weil man  ständig abgezogen wird. Sogar am Prepaid-Taxi stand ist der 50er den ich durch gereicht habe einfach verschwunden.

Ihr dürft mich nicht falsch verstehen, ich bilde mir nicht ein Indien zu kennen und mein Ärger ist rein lokaler Natur. Wir haben von Indien einfach zu wenig gsehen um jetzt im grossen Stil zu lästern und ich möchte behaupten das insbesondere Delhi die Hochburg der Schwindler ist. Wir haben Leute aus Kashmir und Anurachal Pradesh kennen gelernt, welche offen und gutherzig sind, so wie wir auch eine riesen Portion Herz in Leh angetroffen haben. Indien ist einfach mit vorsicht zu geniessen, mit einer Priese misstrauen jedem anscheinend freundlichen Fremden gegenüber. Mann kann nie wissen ob er einem in die nächste Verkaufs-Show schleppt ;-)

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Angekommen in Leh

2. April 2009 4 Kommentare

- Mike

Heimatliche Gefühle machten sich breit als ich in Leh aus dem Flieger gestiegen bin. Die kalte klare Luft füllte meine Lungen und der Smog aus Delhi wich. Die Berge um uns herum zum greifen nahe, 5000er und 6000er in einem herrlichen Panorama.

Leh liegt auf ca. 3500müm und der Anstieg per Flugzeug stellt für den Körper eine rechte Herausforderung dar. Rund 1/3 weniger Sauerstoff ist ne heftige Einschränkung und der Körper quittiert dies mit Kopfschmerzen und Schwindel. Nach 1-3 Tagen sollte der Spuk jedoch vorbei sein und der Körper lernt mit dem Mangel umzugehen.

Wisst ihr was mir abgsehen von der tollen Sicht am besten gefällt hier oben? Es sind die Menschen! Sie lachen und sind freundlich. Egal ob Mönch, alte Menschen oder die Kinder, ein herzliches grinsen scheint einem entgegen wenn man selbst auch nicht all zu finster guckt. Man lebt hier zwar in ärmlichsten Verhältnissen, doch die Leute kennen es nicht anders und sind zufrieden mit dem was sie bekommen.
Ein weiterer ganz spezieller Charakterzug hier oben ist die tiefe und herzliche Gastfreundschaft. Wir werden hier im Guesthouse umsorgt wie Zuhause bei Muttern.

Man sollte vielleicht noch erwähnen das wir weit ausserhalb der Touristen Saison in Leh sind. Zur Zeit sind es vieleicht gerade 10° am Tag und sicherlich Minus in der Nacht. Das heisst soviel wie kein fliessend Wasser und warm geduscht wird mit einem Eimer Wasser vom Gaskocher. Die Toilette ist ein Plumsklo. Ich möchte bemerken das mir das hier oben einfach gar nichts ausmacht, den dieser mangel an Luxus wird um ein vielfaches ausgebessert sieht man die Leute und das Land. So ruhig und entspannt wie eine einsame Insel. Ich könnte hier Stunden an der Sonne sitzen und einfach nichts tun, lesen oder schreiben. Für mich hat dieser Ort zur Zeit eigentlich zwei Hauptzwecke. Erstens das Modi und ich mal in ruhe überlegen können wie es weitergeht, und zweitens das ich mal ein bischen Zeug aufarbeiten kann wie zum Beispiel die Kostenaufstellung für die vergangenen 4 Wochen.

Ich glaube es ist bereits Tag vier in Leh und wir sind noch nicht wirklich weiter gekommen. Immerhin haben wir mal wieder “Fried Rice” bekommen anstelle von Dal, einer Pampe aus Bohnen, Linsen und sonstigem Unkraut. Ein paar mal wars ja lecker, aber irgendwann kann man es einfach nicht mehr sehen :-) Ich vermisse ein gutes Stueck Fleisch und leckere Pasta!

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“Delhi Belly not a myth”

25. März 2009 5 Kommentare

- Mike

Am vierten Tag ist es so weit und unseren Freund Modi hat es richtig übel erwischt. 30%-70% aller Indien reisenden Europäern erwischt es innert den ersten zwei Wochen ebenfalls, Delhi Belly. Oftmals bedingt durch mangelnde Hygieneverhältnisse schleichen sich die fiesen Bakterien ein und machen einem das Leben schwer und mit schwer meine ich das ich das nicht meinem schlimmsten Feind wünschen würde. Nun was tut man dagegen, der Lonley Planet sagt man soll die akuten Erscheinungen mit Immodium bekämpfen und bei länger anhaltenden Beschwerden einen Arzt auf zu suchen. Zu dumm dass wir doch gerade eben noch alles gebucht haben und vermutlich alles abblasen können.
Versteht mich bitte nicht falsch, es ist natürlich eine Menge Geld im Spiel das wir vermutlich nur zu einem Bruchteil wieder sehen werden, doch die Gesund ist das aller aller wichtigste und bevor Modi oder ich nicht in blendendem Zustand Reisen können, riskieren wir nichts. Die Gesundheit und geistige sowie körperliche Wohlbefinden steht über allem anderen. Was nützt ein Taj Mahal im Sonnenuntergang wenn man es von der Hotel Toilette nicht sieht.

Wirklich erstaunlich fand ich die Reaktion des Hotel-Managers der von unserem Problem, vermutlich durch alle Gänge gehört hat und umgehend nach dem Rechten sah. Es sei zwar so, dass die Hotels und Guesthouses für ihre Gäste zu sorgen haben, von Gesetztes wegen. Aber er hat sich wirklich rührend bemüht und alle halbe Stunde nachgesehen ob es noch geht oder wir doch zu einem Arzt müssen. Auch als ich vor dem Zimmer gewacht habe, hat sich das Personal immer mal wieder erkundigt und mich mit Wasser versorgt.

Mal sehen wie es weiter geht, ich bete zu Gott und wasche mir die Hände das ich nicht vom Delhi Belly befallen werde. „Cook it, peel it, boil it or leave it“ ist eben leicht gesagt und mühsam umzusetzen wenn man nicht in die Küche sieht oder Selbstversorger ist.

(UPDATE)

Nach einer harten Nacht konnten wir doch noch aufbrechen. Wir leiden zwar beide zur Zeit etwas unter gewissen verdauungsbeschwerden :-) sind aber schon bis nach jodhpur gekommen und haben wieder mal inet, darum auch gleich drei posts aufs mal

Schleppen und Ausnehmen

25. März 2009 Kommentare ausgeschaltet

-Mike

Ich hatte wirklich gehofft die weiteren Tage ändern mein erstes Bild von Delhi zum Guten, doch wieder können wir ein spannendes Kapitel eröffnen im Buch für Schlepper, Nepper und Bauernfänger.

Wir waren uns lange Zeit nicht ganz sicher wie die weiteren Schritte hier in Delhi aussehen sollen. Wäre es nur nach mir gegangen hätte ich nach zwei Tagen meine Sachen gepackt und wäre Heim geflogen. Heimweh nach Familie und gesitteten Verhältnissen und die erschlagenden Eindrücke haben mir irgendwie schwer zu schaffen gemacht. Es ist eigentlich erst drei Wochen her seit wir abgereist sind aber es kommt mir vor wie eine halbe Ewigkeit.

Nach dem ich mich an diesem Abend ein wenig früher zurückgezogen habe um einen klaren Kopf zu bekommen hat Modi zwei Deutschen einige wertvolle Informationen entlockt was uns auf die Idee gebracht eine Tour mit Fahrer zu buchen um das schöne Rajasthan besser kennen zu lernen und dem üblen Delhi zu entfliehen. Guten Mutes sind wir aufgebrochen um einerseits einen „Lonley Planet Indien“ zu besorgen und uns mit Informationen aus dem „Reisebüro“ zu versorgen.

2min auf dem Bazar, nach einem Buchstand ausschau haltend sind wir von einem kleinen eher jung wirkenden Inder angesprochen worden. Nuri Shukria oder so ähnlich wiederholte er mehrfach und erklärte die Bedeutung mit „Nein Danke“. Das halte Bettler und Verkäufer etwas ab weil sie über die Sprachkenntnisse erstaunt seien. Er wich uns eine ganze weile nicht von der Seite und erkundigte sich nach unseren Plänen, Namen, Nationalitäten und sonstigem Bla bla. „I am a student and have holidays now. I really like to talk with peoples from somewhere else because i want to improve my English skills.“ Er schien sehr freundlich und mit der Zeit durchaus glaubhaft. Er kannte unsere Idee des Reisebüros und meinte das es in der nähe auch das gesuchte Buch geben würde. Ständig erwähnte er auch ein Reisebüro des Goverment of India in welchem wir gratis Karten usw. bekommen würden und oh Wunder, auf einmal standen wir vor einem solchen. Der unfreundliche Herr im Innern wollte uns das Buch für 27Euro verkaufen was fast dem Neuwert in der Schweiz entspricht. Auf die harsche Forderung nach Ermässigung jagte er uns raus. Vermutlich zum Unglück unseres Schleppenden Freundes. Wir liessen uns noch an die nächste Haltestelle fahren welche wir eigentlich eh gesucht hatten, drückten ihm 100rps in die Hand für die Mühe und zogen von Dannen. Unsere suche nach dem Reisebüro führte dann schlussendlich nur zu einigen Prospekten, einer Empfehlung für ein Buchungsoffice und einen 25.- Lonley Planet.

Heute Morgen hatten wir genügend Infos zusammen um zu buchen und wollten zum Travel Office. Zuerst brauchte ich aber dringend einen Stop im nächsten Lavazza Store um mal wieder einen guten echten Kaffee zu trinken. Der kleine Espresso war super, doch die Gesellschaft im Laden eher zwiespältig. Ein adrett gekleideter Herr fing ein Gespräch an und machte viel Smalltalk ohne konkreten Hinweis das er ein Schlepper wäre. Ich habe es jetzt natürlich sozusagen vorneweg genommen, er war natürlich einer doch hat er es sehr geschickt angestellt. Eine von A-Z tolle Story über alles was man sich zusammenreimen kann. Wir sind nicht wirklich darauf eingestiegen und das machte ihn wohl nicht sehr glücklich. Nach einer Weile verliess er den laden und seine Schergen hielten noch eine Weile Ausschau nach uns.

Eigentlich erst danach viel mir auf das wirklich bei fast jedem Hellhäutigen junge Inder, alleine oder in Gruppen die Leute auf Trab hielten. Man kommt keine 10m weit ohne ständig von diesem Abschaum belästigt zu werden. Eigentlich würde man sich gerne ein wenig an den Ständen vergnügen, vielleicht sogar etwas kaufen, aber mit diesem ständigen Ärger hat man einfach keinen Bock. Raus aus Delhi ist die Devise.

Da das Travel Office leider nicht besetzt war haben wir uns entschieden im Hotel eigenen Touristenbüro mal zu fragen und uns einige Preise geben zu lassen. Die Idee war gut und wir haben nun einen Trip durch Rajasthan gebucht. Von Delhi gehen wir mit einem Fahrer und eigenen Taxi auf eine Art Rundreise, sieben Tage lang. Wir gehen über Agra, Jaipur, Jodpur, Jaisalmer und Bikaner bis wir schlussendlich wieder in Delhi ankommen wo wir am nächsten Tag um 6:00 den ersten Flug nach Leh (3500müM) nehmen. Ich bin gespannt wo uns das noch hinführen wird, solange es aus Delhi raus geht, ist es gut!

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