Zuerst war ich mir ja sicher, dass es ein Fehler war den Schlafsack mit zu nehmen, doch in der Nacht wäre ich fast soweit gewesen ihn doch noch zu benützen. Entgegen meiner Vermutung, liefen die Klimaanlagen nur Nachts, was grundsätzlich eine gute Idee ist, wenn man sie nicht auf 18 Grad runter drehen würde. Ich habe gefroren wie ein Araber in der Arktis! Die ganz dünne Baumwolldecke war gerade gross genug um mich zu bedecken, jedoch nütze sie nicht all zu viel. Mitten in der Nacht habe ich dann mein T-Shirt angezogen um der Kälte entgegen zu wirken. Am Morgen war ich ebenfalls wider meiner Erwartung schon recht früh wach, etwa 8:00 zeigte die Uhr als ich sie mir das erste Mal vor die verschlafenen Augen hielt. Um neun bin ich aufgestanden und habe mir erst mal eine heisse Dusche gegönnt.
An dieser Stelle vielleicht ein paar Worte zum Hostel/Hotel. Ich bin doch sehr angenehm überrascht. Eigentlich hatte ich das Frühstück ja verpasst, dennoch kam ein Angestellter zu mir raus und frage mich ob ich den doch noch Frühstück möchte. Natürlich habe ich das Angebot angenommen und nach wenigen Minuten wurde mir Toast mit Butter und Honig, Melone und Annanas, Kaffee sowie eine Art Chutney mit Fladenbrot serviert. Ein opulentes Mahl und dazu noch im Preis inbegriffen. Als Abendessen hatte ich ne seltsame Mischung aus gehacktem an scharfer Sauce mit Tofu-Stücken und Reis. Ich hatte ganz vergessen das Tofu absolut ober-eklig ist und war daher über ein gutes Frühstück wirklich erfreut.
Die Räume insbesondere der Massenschlag für 8 Personen sind recht klein. Das Bett ist aber lang genug und man kann den Rucksack ohne weiteres auf der Seite anlehnen und dennoch gut liegen. Abstriche mache ich ganz klar bei den Toiletten, weil es einfach zu wenige sind, und den Duschen, aus den Selben Gründen. 2 mal WC davon eines im Inder-Style, einfach als Loch im Boden und nur zwei Duschen für alle Leute, wobei es eh so wenige Person sind das es soweit mal kein Problem ist, sich zu erfrischen. Diese Mängel werden jedoch durch das tolle Personal wieder aufgewertet. Sie sind so unglaublich freundlich und Hilfsbereit das ich wirklich eine 80 Punkte Wertung abgeben muss. An diesen Ort käme ich jederzeit wieder!
Den restlichen Tag habe ich ausschliesslich laufend verbracht. Meine Füsse sind sich das immense Laufpensum gar nicht mehr gewöhnt, schon nach 2 Stunden musste ich mich im Petronas Tower Park einmal setzen und etwas entspannen. Dabei hatte ich ein nettes Gespräch mit 3 Malayinnen, welche verzweifelt versucht haben mir irgendwo hin mit zu nehmen. Vermutlich der gute alte Gamble-Trick wo man mitgenommen wird und ein Spiel lernt und ne Menge kohle verzockt. Da ich davon glücklicherweise schon gehört hatte (Claudio) habe ich die Damen schnell wieder abgeschüttelt. Die Tower sind sehr eindrücklich und bis jetzt die höchsten Gebäude die ich je gesehen habe. Mit 443m wirklich beeindruckende Bauwerke. Ich habe sicherlich etwa 1.5h im innern verbracht und hätte mir um haaresbreite eine neue Uhr gekauft. Die Swatch Uhren, aus der James Bond Collection waren einfach zu verlockend, doch ich konnte gerade noch widerstehen und bleibe meiner tollen Victorinox treu. Ich habe unzählige Fotos geschossen und bin weitere 2.5 Stunden durch die ganze Stadt gelatscht. Von Einkaufszentrum zu Einkaufszentrum habe ich mich überall durchgekämpft und muss, sozusagen abschliessend bemerken, dass es wirklich eine interessante Stadt ist, welche trotz enormen Verkehrsaufkommen sehr angenehm zu bewandern ist. Alles ist sehr präzise beschildert und sehr einfach zu finden. Verlaufen kann man sich eigentlich fast nicht.
Dieser Trip ist ja nebenbei der Erste welchen ich ganz alleine bestreite. Nicht das ihr mich falsch versteht, zu zweit ist es natürlich witziger, doch auch das alleine sein hat seine Vorzüge und ich habe es äusserst genossen.
Ich rieche wie ein Käfig voller Affen und der Verkehr hat eine nette Staubschicht auf meiner Haut hinterlassen. Ich denke nach meinem erneuten Besuch im Starbucks, werde ich wieder zurück ins Hostel gehen und mir erst mal eine Dusche gönnen, ich bin durch und durch Nass und habe etwa 200 Fotos zu prüfen. Hauptsächlich Gebäude, doch ich hoffe einige wirklich gute Shots gemacht zu haben. Das Wetter war leider wiederum geprägt von grauem Himmel, daher sind meine Erwartungen nicht all zu hoch.
Um meinem alten Bürokumpel Philipp zu zitieren „Mol luegä, seid dä Blind zum lahmä und den sinds gangä“