Da Modis Visum schon am Sonntag auslaufen wird, mussten wir uns einen Plan schmieden wie wir wieder ein Langzeitvisum bekommen damit wir auf die Ankunft unserer Freunde aus der Schweiz vorbereitet sind und nicht Mitten drin wieder abreisen müssen. Da wir uns auf den 13. schon für den Advanced Open Water Diver verabredet haben mussten wir jetzt handeln und entschlossen uns einen Bustrip nach Penang zu buchen, inklusive Übernachtung, Visagebühren und Verpflegung. Für 4500Bath haben wir uns das Paket gekauft und wurden am Sonntag um 10 Uhr abends vom Minibus abgeholt. Der gut ausgestattete Transporter bietet Platz für 9 Leute, doch zu unserem Glück sind wir gesamt nur zu fünft im Bus, mit zwei Fahrern im Cockpit.
Als kleine Vorgeschichte möchte ich nochmals erwähnen, dass wir anfangs der Woche unseren Tauchkurs gemacht haben, was natürlich auch ziemlich anstrengend war. Ein gewisses Schlafminus baute sich während den drei Tagen auf und am letzten Abend mussten wir natürlich unseren Abschluss feiern. Da unser erstklassige Instruktor Nico in die Ferien fliegt, war es natürlich unsere Pflicht bis in die frühen Morgenstunden zu feiern. Am nächsten Tag verabschiedeten wir wiederum einen Feriengänger. Pädi aus der Schweiz hat 2 Wochen in Patong verbracht und wollte es noch einmal richtig krachen lassen, gesagt getan und wieder ging die Sonne auf als ich mich ins Bett legte. Am nächsten Abend feierten wir wiederum mit Pädi der sich doch noch genug fit fühlte vor seinem Flug etwas Ausgang zu geniessen. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen feierten wir am Freitag noch den Abschied von Sharon der zu seiner Freundin auf Norwegen fliegt. Das Schlafminus war mittlerweile so gross das wir zum Schluss kamen das es wohl sowieso gut wäre nicht zu viel Zeit mit schlafen zu verbringen, da wir ja im Bus nach Penang schlafen können und das wohl besser geht wenn man richtig müde ist.
Der Bus hat sehr bequeme sitze welche man fast komplett in eine liegende Position stellen kann, doch wie sich herausstellte waren die Sitze kaum der Ausschlaggebende Faktor für weiteren Schlafentzug. Die Federung des Minibus ist absolut übertrieben eingestellt und die Strassen sind in einem unglaublich schlechten Zustand. So fand ich während den 10 Stunden Fahrt keine vernünftige Position um die ganzen Schläge auch schlafend abzufangen und mehr als dösen lag einfach nicht drin. Teilweise hob es mich fast vom Sitz, so heftig waren die Bodenwellen und ich entschloss mich die Schlafversuche einzustellen. Die häufigen Toilettenpausen und der Zoll hätten ein durchschlafen sowieso verhindert und so sitze ich nun im Continental in Penang und schreibe den Blogpost während mir ein Auge immer wieder so halbe zufällt.
Zwischenzeitlich bin ich doch noch eingeschlafen und war völlig von der Rolle als mich Modi zum Abendessen abholen wollte. Ich schaue auf die Uhr und sehe das es schon halb sieben ist, „ok ok ich bin zu spät ich geh gleich duschen und dann können wir schnell Frühstücken“. Modi verzieht sein Gesicht fragend und fängt an zu lachen „Junge es ist ABEND!“.
Das Abendessen genossen wir im Hotelrestaurant des Continentals. Ich entschloss mich das Tagesmenu für 30 RM zu nehmen was sich als gute Entscheidung herausgestellt hat. In einer grossen Muschel gab es einen Meeresfrüchte Salat und etwas geräucherten Lachs als Vorspeise. Als Zwischengang genoss ich eine Pilzsuppe, von welcher ich gerne noch ein Teller gegessen hätte, so aromatisch und cremig war das Süppchen. Der Hauptgang bestand aus etwas Kartoffelbrei, gedämpftem Gemüse und einem vorzüglichen panierten Red Snapper Filet mit einer Weissweinsauce. Auch dieser leichte Gang bestach durch ausgewogenen geschmack zwischen dem leichten Gemüse mit dem gut gebratenen Fisch. Als Dessert wurde ein herrlich angerichteter Teller mit etwas Zimteis, einem Stückchen Quarkkuchen und frischen Früchten serviert. Das alles für umgerechnet 300 Bath, da kann man einfach nicht meckern, staunen wäre eher angebracht. Mit vollem Bauch bin ich um etwa 11 Uhr ins Bett und sofort eingeschlafen.
„Snake do you read me?“, mein Klingelton riss mich aus einem seltsamen Traum an welchen ich mich beim besten willen nicht erinnern konnte. Schon halb sechs, ich gebe mir noch eine Viertelstunde und gehe dann zügig Frühstück essen. Unten angekommen mussten wir herausfinden, dass man uns die Thai-Zeit angegeben hatte und wir somit eine Stunde zu früh aufgestanden sind. Glücklicherweise kam unser Fahrer auch schon früh von der Botschaft zurück und händigte uns die Pässe mit den neuen Visa aus. Das Frühstück war nicht gerade der Hammer und ich wollte eigentlich einfach nur endlich zurück um mal wieder richtig zu schlafen. Im geistigen Dämmerzustand machten wir uns auf die Heimreise über die buckligen Strassen von Malaysia und Thailand.
Solltet ihr zu den Adrenalin-Junkies gehören würde euch eine Busfahrt mit einem Thaifahrer sicherlich gut gefallen. Die Fahrweise könnte als Lebensmüde, Grenzwertig oder schlicht „Fast and Furious“ bezeichnet werden. Ständig auf dem Gas werden Tempolimits missachtet und nur gebremst wenn es wirklich fast zum Crash kommt. Kurven werden innen mit möglichst hoher Geschwindigkeit genommen und sollte man vor lauter Tempo doch einmal nach aussen gezogen werden hört man nur ein „Ei ei ei“ des Fahrers, die nächste Biegung klappt sicher besser. Die Krönung der wilden Fahrweise stellte Regen, Gegenverkehr und NACHT dar. Man könnte sich denken das auch der geneigte Hobby Schumacher bei diesen Konditionen ein bisschen vom Gas geht, doch wo wäre da der Spass? Lastwagen mit Vollgas auf der Gegenspur überholen, kein Problem, oder? Habt ihr euch schon einmal getraut ein langsamer fahrendes Polizeiauto mit Lichthupe und Signalhorn auf die Seite zu bewegen, ich glaube nicht. Hier ist das anscheinend kein Problem, auch wenn man etwa 40 Stundenkilometer über Empfehlung der wundersamen Tafeln am Strassenrand ist.
Ich hatte mir eigentlich erhofft einige spannende Bekanntschaften im Bus zu machen, doch auch das lief herrlich schief. Der erste Passagier, offensichtlich ein Thai (was macht der auf einem Visarun) sprach nicht mit uns, sondern nur mit den Fahrern und sass auch ausschliesslich mit ihnen am Tisch. Der zweite wunderliche Zeitgenosse war ein Italiener der ebenfalls nur wenig Englisch sprach und bis auf ein wenig Werbung für sein Restaurant blieb der Draht kalt. Die wirklich bildhübsche Russin auf der letzten Bank, hat während der ganzen Fahrt nicht gesprochen, kann kein Englisch und war auch sonst ein Mysterium. Vielleicht haben wir das nächste mal mehr Glück