Aaaahhh, das erste Mal auf ein neues Rad aufsteigen. Jedes mal etwas Besonderes und ich glaube wenn man das Rad auch selbst gebaut hat ist es noch ein Stück besser!
Aufbau

Der Aufbau selbst war eigentlich sehr unproblematisch und in weniger als 3h erledigt. Die meiste Zeit ging für die Verkablung bzw. für die I-Links drauf. Die Zugführung ist aufgrund des Rahmens kompliziert und mühsam. Es ist kaum möglich eine saubere einheitliche Linie zu finden. Erschwerend kommt noch dazu das die Hinterradbremse eine zu lange Leitung hat. Hier ist definitiv noch ein wenig Nacharbeit gefragt, etwas für die regnerischen Tage.
Rein optisch habe ich auch noch einige Bedenken. Das ganze Rad ist mir zu “laut”, die verschiedenen Aufschriften schreien förmlich. Ich überlege mir die ZTR Labels auf den Felgen und die Nabenbeschriftung zu entfernen. Weiter wäre es möglich die Sattelstütze bzw. die EC90 Logos abzuschleifen. Mal sehen, jedenfalls beschäftig mich das sicherlich noch einige Stunden, wie gesagt, wirklich fertig ist so ein Projekt ja niemals.
Ausfahrt
Beim ersten Aufsitzen war ich mir fast sicher dass der Rahmen zu klein ist. Eine sehr ungewohnte Sitzposition, fast zu wenig sportlich/gestreckt obwohl die Überhöhung nicht gering ist und der umgedrehte Vorbau auch ein wenig “streckt”. Glücklicherweise ist es wohl nur eine Sache der Gewohnheit und schon nach wenigen hundert Metern kam es mir ganz gemütlich vor.

Grundsätzlich bin ich extrem überrascht wie gut das Rad rollt. 2-3 Gänge tiefer sind wirklich ein Fortschritt. Nicht zuletzt werden die RaceKings dafür verantwortlich sein. Auch im Gelände bzw. auf Kies und Waldboden halten die Reifen einfach fantastisch. Ganz besonders überrascht bin ich vom Sattel, wenn man diese bock-harte Carbonschale so nennen kann. Das Ding passt wie angegossen an meinen Hintern. Keine eingeschlafenen Körperteile, keine Druckstellen, wirklich erstaunlich.
Die Uphill Eigenschaften sind durchwegs gut. Der kurze Radstand macht das Bike zwar sehr nervös wenn das Gelände technisch kompliziert wird, jedoch kann man mit einem kräftigen Tritt immer genug Vorschub erzeugen um alles zu beruhigen. Die SID arbeitet sehr sensibel, bedarf aber noch einiger Anpassungen im Druck um sowohl Up wie auch Downhill zu brillieren. Momentan ist das Losbrechmoment fast zu hoch um wirklich einen cremigen Ritt zu garantieren.
Der Downhill war aufgrund des einfachen Geländes kaum erwähnenswert. Die Bremsen brauchen noch ein wenig Zeit bis sie richtig eingeschliffen sind, ziehen aber schon jetzt sehr gut. Durch den besagten kurzen Radstand ist das Bike extrem wendig und lässt einen viel geringeren Kurvenradius zu.
Nacharbeiten

Montagepaste ist das Stichwort, ich muss über alle Klemmstellen noch einmal drüber. Die Sattelstütze ist verdächtig gerutscht und sogar der Lack wurde beschädigt. Ärgerlich aber noch nicht tragisch. Unter Umständen ist es auch die Sattelklemme welche den Druck einfach zu wenig gut verteilt. Weiter werde ich die Kabelführung von silber wieder auf schwarz umbauen und im gleichen Zug noch ein wenig kürzen. Insbesondere für das Oberrohr muss ich eine Lösung finden welche verhindert das die Kunststoffleitungen klappern.
Alles in allem bin ich mit dem Gesamtwerk und den Fahreigenschaften sehr zu frieden. Die anfängliche Skepsis ist schnell verflogen und kommt bei den nächsten Fahrten hoffentlich auch nicht mehr zurück. Ich kann auch nicht wirklich behaupten das ich bei einem nächsten Bike sehr viel anders angehen würde. 3 Wochen ab der ersten Bestellung finde ich einen überaus passablen Zeitraum