Es ist Montag, was soll man sagen, es ist Montag. Der Tag war lang und das Essen schlecht. Man kommt nach Hause und erhofft sich ein paar Stunden Unterhaltung, geliefert vom Medium Internet. Cannot resolve Hostname, cannot resolve Hostname schreit es mich an. Was zum Teufel läuft Heute nur schief? Ich boote den Rechner, stecke wie üblich den Router aus und wieder ein und als Ergebnis kriege ich “cannot resolve Hostname” ins Gesicht geklatscht. Ein Blick auf das Kabelmodem klärt den Fehler. Wieder einmal blinkt es nur spastisch und das “Online” Signal bleibt aus.
Genervt rufe ich die Nummer meines lokalen Rorschacher Kabelbetreibers an und ich erreiche tatsächlich Jemand. Nur war dieser Jemand nicht von diesem Kabelbetreiber, sondern von der Cablecom Hotline. Eine jung klingende Dame probiert den Fehler zu analysieren und fragt erst mal den Modem Status ab. Nein nicht etwa elektronisch nein, ich darf der Reihe nach vorlesen was auf dem Modem rumzuckt. Meine Antworten fallen einfach und verständlich aus. Ich weiss ja was der Helpdesk fürn scheiss Job ist, daher bin ich nett und höfflich. Sie kann ja schliesslich nichts dafür das ich auf meine Dosis Internet verzichten muss.
“Die Online Led ist aus, Power natürlich an, Send und Recieve blinken gleichzeitig im Sekundentakt”. Sie antwortet wie aus der Kanone geschossen: “Dann ist es ein Computerproblem, da kann der Pikett nichts machen”. Ich bin immernoch höfflich, denn ich weis was es für ein scheiss Job ist. “Der Computer ist nicht angehängt, es scheint mir mehr als wenn das Modem irgendwie kein Signal über das Kabel kriegt. Ich habe es mehrfach aus und ein gesteckt und natürlich auch die Verkabelung geprüft”. Ich glaube in diesem Moment hat sie langsam gemerkt das am anderen Ende keine 50 Jährige Hausfrau steht. “Ok ich rufe dem NamendesKabelanbierter-Pikett an, uns hat man gesagt wenn die grünen blinken sei es ein Pc Problem!”
An dieser Stelle möchte ich kurz unterbrechen und nochmals erinnern das es sich bei der Hotline um die offizielle Cablecom Stelle handelt die es anscheinend nicht für nötig hält halbwegs vernünftig geschulte Mitarbeiter auf die Kunden loszulassen. Das ist kein Vorwurf an den Mitarbeiter sondern an die Cablecom die sich mit Leute, welche in der Lage sind die Fehler vernünftig zu analysieren, so manche Pikett fahrt sparen könnte.
Rund zwanzig Minuten klingelt das Telefon: “Ist hier %Kabelanbieter”. “Äm was? Hier ist die Familie Hirt, wir sind KUNDE der Kabelanbieter AG?!?”. “Ja, ich bin von %Kabelanbieter AG, sie haben Problem?”. Ok ich bin so nett und kürze das ein wenig ab. Der Herr mit gebrochenem Deutsch lässt mich nochmals die Leds herunterbeten und meint er sei in fünf Minuten vor Ort. Ich war auf das Schlimmste gefasst.
Nach einer guten Viertelstunde sehe ich beim Nachbarn einen Kleinbus vorfahren. Ein zerzaust wirkender Typ steigt aus und läuft auf die Haustüre zu. Ziemlich sicher unser “Mann des Kabels”. Kurz darauf war der Wagen weg und nach weiteren 10 Minuten frage ich mich langsam ob der Typ wieder nach Hause gefahren ist. (Intermezzo: Ich weiss ich hätte ihm zurufen können, doch in diesem Moment war ich perplex das er nicht mal die Hausnummer ablesen kann). Kurz darauf wurde ich weich und bin mal rausgelaufen, die Strasse hoch und wen sehe ich, den Techniker der von Haus zu Haus stolpert. Ich winke ihn runter. Er meinte noch er sei in den Rorschacherberg gefahren. Grundsätzlich ist das richtig den über der Strasse ist bereits das Hoheitsgebiet von Herr Tobler aber er ist wohl noch n paar Kilometer weiter gegangen.
Im Haus angekommen Frage ich ihn was er sich anschauen will. Der erste Besuch bekommt der Hausverteiler ab. Deckel runter, Fluke Messgerät ran. Piep Piep, knack knack, er lässt das automatische Diagnoseprogramm laufen. Er greift in den Verteiler und dreht zwei kleine Drehrädchen bis zum Anschlag auf. “Wo ist Modem?”. “Ok…das ist oben, bitte mir nach”. Er steckt das Modem aus, wieder ein und Tatsache das Inet ist in meine Gefilde zurückgekehrt.
Meine Mutter ruft ihm aus dem Wohnzimmer zu was es den nun war. Mir persönlich war das egal. “Pegelstand war verstellt, hab es hochgestellt”. Meine Mutter lacht und fragt ihn wie den das auf einmal möglich sei, es funktioniert den ganzen Tag und auf einmal steigt es aus. “Ich hab nichts gemacht, ich hab nur richtig gestellt!” brüllt der Kabelmann in das Wohnzimmer. Mein erstaunen war gross über diese forsche aggresive Antwort. Meinte Mutter wiederholt die Frage nochmals detailierter. “Sie machen mir hier Vorwurf, war nur falsch eingestellt” brüllt er schon wieder los. “Wenn sie aufhören Vorwurf zu machen erkläre ich ihnen im Detail”. Darauf erklärt er, immernoch in unpassendem Ton, was den eigentlich das Problem war. Anscheinend waren die Signal Pegel auf einem absoluten Minimum er habe sie hochgeschraubt. Man habe sie vermutlich zu knapp eingemessen und wenn jemand ein langes Kabel anstecke könne das reichen um das Signal zu kippen. Darauf hab ich ihm nett gedankt und ihn zügig rausbegleitet.
Bei genauerem Nachdenken fällt mir ein das in der oberen Wohnung neue Kabel und Anschlüsse gelegt wurden und die wohl tatsächlich zu viel Dämpfung ins Netz gebracht haben. Egal, ich hab wieder Netz und kann die Story in die weite Welt hinaus streuen.