Archiv

Artikel Tagged ‘Service’

Frühlingsputz

28. Februar 2008 4 Kommentare

Um meine Hände ständig beschäftigt zu halten, verbringe ich viel Zeit in der Garage. Um weiterhin standhaft zu bleiben, habe ich begonnen das ganze Rad lupenrein zu putzen. Ich kratze jede Ritze und jedes Ritzel aus, ja selbst die filigrane KMC Kette habe ich mit einer Zahnbürste vom klebrigen Dreck gesäubert. Bei der Gelegenheit habe ich mir auch einen Satz neue Reifen und ein Innenlager-Werkzeug bestellt.

Ich wollte diesmal den “Continental Mountain King Supersonic” ausprobieren, welcher grossartig propagiert in zahlreichen Magazinen aufs höchste gelobt wurde. Der Grip und trotzdem niedrige Laufwiederstand soll diesen Reifen zu einem absoluten Knaller machen. Ich bin jedoch noch skeptisch, da im Vergleich zum Nobby Nic der Mittelsteg ebenfalls aus einzelnen Stollen besteht und nicht aus einem eher breiten “Steg”. Ganz extrem ist mir das niedrige Gewicht aufgefallen. mit ca. 450g ist der Pneu ein echtes Leichtgewicht, was jedoch sicherlich direkt von der Pannensicherheit abgeht.

Nebenbei, auch diese Bestellung habe ich bei Bike-Import getätigt. Der neue Shop ist ein vielfaches schneller als der Alte und meines erachtens findet man sein gewünschtes Produkt auch einfacher. Kurz nach dem ich die Bestellung abgeschickt hatte , erhielt ich auch das Bestätigungsmail. Ich bin aufgestanden und wollte einen Kaffee trinken werde ich vom klingelnden Telefon zurück gerufen. Ich staunte nicht schlecht, Bruno Herrmann vom Shop hat innert einer Minute Kontakt zu mir aufgenommen, um mir zu sagen das die Conti Schlappen vielleicht erst in ein paar Tagen verfügbar sind und ob mir das etwas ausmache. Wenn das mal kein Service ist weiss ich auch nicht ;-) Mit der Prognose von drei bis vier Tagen habe ich mich natürlich problemlos abgefunden, aber umso grösser war die Freude als ich das Paket doch schon Heute im Briefkasten hatte :-)

Aja, ich bin jetzt rauchfrei seit ca. 5 Tagen und habe sogar den üblichen Mittwochabend Kneipenbesuch mit bravour bestanden. Naja, ein zwei Bierchen mehr sinds schon geworde, aber von denen Krieg ich neben ner Wampe zum glück keinen Krebs ;-)

Hilfe, das System ist langsam!

3. Dezember 2007 1 Kommentar

Das Telefon klingelt, der aufgebrachte Mitarbeiter überspringt die übliche Begrüssung und kommt gleich zur Sache: “Das SYSTEM ist LANGSAM”, geistig schlage ich auf den Tisch und antworte dann ruhig “Hmm, interessant, kannst du mir das ein wenig genauer erklären?” frage ich mit beruhigender Stimme, “Ich hab so hänger, ich kann nicht arbeiten, wenn das so weitergeht geh ich nach Hause”, ich koche innerlich und würde am liebsten wüst los schimpfen. Doch kundenorientiert wie ich bin, spezifiziere ich meine Frage: “Kannst du mir sagen was GENAU langsam ist? Ist es SAP oder ist es das Mailprogramm?”

Ein moment Stille, “ALLES!”

Auch wenn man es sich vieleicht nicht vorstellen kann, so schalt es des öfteren an mein Ohr. Es wird gejammert, geflucht und gedroht. Selten sind wirklich persönliche Beleidigen dabei, was aber nicht heisst dass es nicht gelegentlich vorkommt.

Ohne mich selbst zu loben(doch eigentlich schon), möchte ich grössten Respekt für jeden Service- oder Helpdesk, Hotline oder sonstigen IT-Supporter aussprechen. Als wenn die IT selbst nicht schon eine Herausforderung wäre, kommt noch die ständige Belastung durch deren Benützer hinzu. IT Priester, Wunderheiler und Psychologe in einem. Das muss man erst einmal aushalten.

Natürlich möchte ich auch mein Verständnis für die genervten User aussprechen, es gibt kaum etwas lästigeres als ein streikendes Hauptarbeitsmittel. Die Abhängigkeit vom Rechner ist schon so gross, dass kleine Fehler die Leute in einen unsäglichen Stress stürzen den sie umbedingt abbauen müssen. Und die nächste erreichbare Personen ist nun mal der Typ vom Support.

Nach Berichten unabhängiger Testlabors scheint der gemeine IT-Supporter kein Mensch zu sein. Er ist immer erreichbar, ob am Tage oder in der Nacht, ob krank oder auf einer Beerdigung. Er ist in der Lage selbst während der Pause eine unendliche Menge Fehler aufzunehmen, sich zu merken und danach gleich zu lösen. Es wird sogar behauptet IT Betreuer müssen keine Nahrung zu sich nehmen. Sie ernähren sich von den Problemen anderer und den Hörnchen-Resten aus der Tastatur der Kunden!

Ok, das ganze ist vieleicht ein wenig überspitzt, ein ganz kleines bisschen ;-) . Aber solltet ihr nicht aus der Branche sein, überlegt euch mal wie ihr mit euren hilfsbereiten Supportern umspringt. Habt ihr sie auch schon am Morgen abgefangen als sie noch müde mit Jacke und Tasche den ersten Fuss durch die Eingangstür gemacht haben? Hört er euch auch während der Pause aufmerksam zu wenn ihr ihn aufgrund eines privaten Computerproblems ausfragt? Könnt ihr euch erinnern wer nicht auf der Weihnachtsfeier war, weil die Server gepflegt werden mussten?

Solltet ihr euch nun schuldig fühlen, schlage ich vor das ihr euch auch noch durch folgende Liste kämpft, sie ist zwar witzig doch zugleich erstaundlich authentisch:

http://www.sysadminday.com/time.html

Die  Sysadminsday.com Webseite selbst, ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Überlegt euch mal die Freude des Supporters wenn er am Sysadmin Day eine Tasse Kaffee (Grundnahrungsmittel!) von euch spendiert bekommt. Sowas merkt man sich und wer weiss, vieleicht vergrössert sich eure überfüllte Mailbox das nächste mal wie von selbst ;-)

KategorienAllgemein Tags: , , , , ,

Ich lebe noch

22. August 2007 Kommentare ausgeschaltet

Wie erwähnt geht es langsam aber sicher auf die Ferien zu. Als Einzelkämpfer in der Informatik eines 250 Personen umfassenden Betriebs hat man es immer schwer eigene Bedürfnisse umzusetzen, wozu natürlich auch längere Ferien zählen. Durch die grosse Anzahl Arbeitsplätze, Systeme und Maschinen geht es jeden Tag rund. Langeweile im üblichen Sinn kommt sicher nie auf. Umso mühsamer wird es mal ein paar Wochen Abstand zu gewinnen und die Batterien zu regenerieren.

“Hallo, hallo Michael…” ich drehe mich um, gedanklich bereits auf ein nichtiges Computer Problem gefasst antworte ich “Jaa, was ist den?”. “Ich lebe noch!” lacht mich der Mitarbeiter an. “Hä, was ist los?” “Na ich lebe noch, dachte ich sag dir das mal weil ich so lange schon keine Probleme mehr hatte”. Ich grinse ein wenig künstlich und sage scherzhaft, dass mir die Arbeit auch so nicht ausgehe.

Grundsätzlich war der Spruch natürlich eher als Lob gemeint, doch wenn man jeden Tag im Gang, in der Pause ja sogar während dem Essen auf irgendwelche Computerprobleme angesprochen wird, leidet die Freundlichkeit enorm. Irgendwann wird man zynisch und gibt auf jede Frage eine mehr oder minder doofe Antwort. Kundenorientierung und Service ist etwas anderes und daher wird es einfach mal wieder Zeit etwas Abstand zu gewinnen.

Ich hatte seit letztem Oktober keine Ferien mehr bzw. nur eine Woche am Stück. Einzelne Tage oder eine Woche bringen in sachen Erholung gar nichts, ich brauche alleine4-6 Tage um die Arbeit aus meinen Gedanken zu verbannen. Daher sind heuer mindestens zwei Wochen fixiert. Neben der körperlichen Ertüchtigung werde ich mal wieder meinen Kleiderschrank aufstocken, neue Schuhe kaufen und meine eigenen Informatik Problemchen Lösen.

Wie es so schön heisst: “Des Schusters Kinder haben die schlechtesten Sohlen” (oder so ähnlich)

Internet und die wunderbare Welt der Pegelstände

14. Mai 2007 1 Kommentar

Es ist Montag, was soll man sagen, es ist Montag. Der Tag war lang und das Essen schlecht. Man kommt nach Hause und erhofft sich ein paar Stunden Unterhaltung, geliefert vom Medium Internet. Cannot resolve Hostname, cannot resolve Hostname schreit es mich an. Was zum Teufel läuft Heute nur schief? Ich boote den Rechner, stecke wie üblich den Router aus und wieder ein und als Ergebnis kriege ich “cannot resolve Hostname” ins Gesicht geklatscht. Ein Blick auf das Kabelmodem klärt den Fehler. Wieder einmal blinkt es nur spastisch und das “Online” Signal bleibt aus.

Genervt rufe ich die Nummer meines lokalen Rorschacher Kabelbetreibers an und ich erreiche tatsächlich Jemand. Nur war dieser Jemand nicht von diesem Kabelbetreiber, sondern von der Cablecom Hotline. Eine jung klingende Dame probiert den Fehler zu analysieren und fragt erst mal den Modem Status ab. Nein nicht etwa elektronisch nein, ich darf der Reihe nach vorlesen was auf dem Modem rumzuckt. Meine Antworten fallen einfach und verständlich aus. Ich weiss ja was der Helpdesk fürn scheiss Job ist, daher bin ich nett und höfflich. Sie kann ja schliesslich nichts dafür das ich auf meine Dosis Internet verzichten muss.

“Die Online Led ist aus, Power natürlich an, Send und Recieve blinken gleichzeitig im Sekundentakt”. Sie antwortet wie aus der Kanone geschossen: “Dann ist es ein Computerproblem, da kann der Pikett nichts machen”. Ich bin immernoch höfflich, denn ich weis was es für ein scheiss Job ist. “Der Computer ist nicht angehängt, es scheint mir mehr als wenn das Modem irgendwie kein Signal über das Kabel kriegt. Ich habe es mehrfach aus und ein gesteckt und natürlich auch die Verkabelung geprüft”. Ich glaube in diesem Moment hat sie langsam gemerkt das am anderen Ende keine 50 Jährige Hausfrau steht. “Ok ich rufe dem NamendesKabelanbierter-Pikett an, uns hat man gesagt wenn die grünen blinken sei es ein Pc Problem!”
An dieser Stelle möchte ich kurz unterbrechen und nochmals erinnern das es sich bei der Hotline um die offizielle Cablecom Stelle handelt die es anscheinend nicht für nötig hält halbwegs vernünftig geschulte Mitarbeiter auf die Kunden loszulassen. Das ist kein Vorwurf an den Mitarbeiter sondern an die Cablecom die sich mit Leute, welche in der Lage sind die Fehler vernünftig zu analysieren, so manche Pikett fahrt sparen könnte.

Rund zwanzig Minuten klingelt das Telefon: “Ist hier %Kabelanbieter”. “Äm was? Hier ist die Familie Hirt, wir sind KUNDE der Kabelanbieter AG?!?”. “Ja, ich bin von %Kabelanbieter AG, sie haben Problem?”. Ok ich bin so nett und kürze das ein wenig ab. Der Herr mit gebrochenem Deutsch lässt mich nochmals die Leds herunterbeten und meint er sei in fünf Minuten vor Ort. Ich war auf das Schlimmste gefasst.

Nach einer guten Viertelstunde sehe ich beim Nachbarn einen Kleinbus vorfahren. Ein zerzaust wirkender Typ steigt aus und läuft auf die Haustüre zu. Ziemlich sicher unser “Mann des Kabels”. Kurz darauf war der Wagen weg und nach weiteren 10 Minuten frage ich mich langsam ob der Typ wieder nach Hause gefahren ist. (Intermezzo: Ich weiss ich hätte ihm zurufen können, doch in diesem Moment war ich perplex das er nicht mal die Hausnummer ablesen kann). Kurz darauf wurde ich weich und bin mal rausgelaufen, die Strasse hoch und wen sehe ich, den Techniker der von Haus zu Haus stolpert. Ich winke ihn runter. Er meinte noch er sei in den Rorschacherberg gefahren. Grundsätzlich ist das richtig den über der Strasse ist bereits das Hoheitsgebiet von Herr Tobler aber er ist wohl noch n paar Kilometer weiter gegangen.

Im Haus angekommen Frage ich ihn was er sich anschauen will. Der erste Besuch bekommt der Hausverteiler ab. Deckel runter, Fluke Messgerät ran. Piep Piep, knack knack, er lässt das automatische Diagnoseprogramm laufen. Er greift in den Verteiler und dreht zwei kleine Drehrädchen bis zum Anschlag auf. “Wo ist Modem?”. “Ok…das ist oben, bitte mir nach”. Er steckt das Modem aus, wieder ein und Tatsache das Inet ist in meine Gefilde zurückgekehrt.

Meine Mutter ruft ihm aus dem Wohnzimmer zu was es den nun war. Mir persönlich war das egal. “Pegelstand war verstellt, hab es hochgestellt”. Meine Mutter lacht und fragt ihn wie den das auf einmal möglich sei, es funktioniert den ganzen Tag und auf einmal steigt es aus. “Ich hab nichts gemacht, ich hab nur richtig gestellt!” brüllt der Kabelmann in das Wohnzimmer. Mein erstaunen war gross über diese forsche aggresive Antwort. Meinte Mutter wiederholt die Frage nochmals detailierter. “Sie machen mir hier Vorwurf, war nur falsch eingestellt” brüllt er schon wieder los. “Wenn sie aufhören Vorwurf zu machen erkläre ich ihnen im Detail”. Darauf erklärt er, immernoch in unpassendem Ton, was den eigentlich das Problem war. Anscheinend waren die Signal Pegel auf einem absoluten Minimum er habe sie hochgeschraubt. Man habe sie vermutlich zu knapp eingemessen und wenn jemand ein langes Kabel anstecke könne das reichen um das Signal zu kippen. Darauf hab ich ihm nett gedankt und ihn zügig rausbegleitet.

Bei genauerem Nachdenken fällt mir ein das in der oberen Wohnung neue Kabel und Anschlüsse gelegt wurden und die wohl tatsächlich zu viel Dämpfung ins Netz gebracht haben. Egal, ich hab wieder Netz und kann die Story in die weite Welt hinaus streuen.

This blog is protected by dr Dave\\\'s Spam Karma 2: 423 Spams eaten and counting...